Letzte Änderung am 30.7.2014 Suche  |  Kontakt  |  Über uns  |  Presse  |  Mediadaten  |  Linkpartner  |  Impressum 


Ökonomie: Gesundheitsökonomie
 

Dresden: Wissenschaftler stellen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit medizinischen Handelns auf den Prüfstand
22.05.2012 , medinfoweb.de

Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum in Dresden gründen „Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung

Bundesweit erste Einrichtung dieser Art bündelt klinische und methodische Expertise

Medizinische Innovationen werden zunehmend unter dem Aspekt eines gesellschaftlich und volkswirtschaftlich vertretbaren Verhältnisses von Aufwand und Ergebnis betrachtet. Neue Therapien haben nur noch dann eine Chance, als Standard dauerhaft in die Krankenversorgung aufgenommen zu werden, wenn sie auch in der alltäglichen Praxis bewähren. Die von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus formierte Dresdner Hochschulmedizin hat deshalb das bundesweit erste „Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung“ (ZEGV) gegründet, um Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit medizinischer Interventionen und Versorgungskonzepte unter Routinebedingungen wissenschaftlich zu untersuchen. Als eine der deutschlandweit führenden Einrichtung der patientennahen Forschung werden Fakultät und Klinikum damit ihrem Anspruch gerecht, medizinische Innovationen so praxisorientiert wie möglich auszurichten.

Die systematische und zeitnahe Überführung von Forschungsergebnissen in die Versorgungspraxis ist eine der zentralen Herausforderungen der universitären Medizin. Neue Therapien lassen sich künftig nur noch dann als Standard in der Krankheitsversorgung etablieren, wenn sich ihre Wirksamkeit auch im ärztlichen Alltag bei der Behandlung einer großen Zahl an Patienten belegen lässt. Dieser Anspruch einer sogenannten evidenzbasierten Gesundheitsversorgung erweitert das Überprüfungsprocedere bei der Einführung medizinischer Innovationen in die Routineversorgung.

„Die Dresdner Hochschulmedizin sieht einen großen Bedarf zur Stärkung der evidenzbasierten Medizin und Versorgungsforschung, dem wir mit dem Aufbau des neuen Zentrums als Schnittstelle von klinischer und methodischer Expertise Rechnung tragen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. Hauptanliegen des ZEGV ist es, die Versorgungs- und Qualitätsforschung sowie die evidenzbasierte Medizin innerhalb der Dresdner Hochschulmedizin zu fördern, zu koordinieren sowie diese Aktivitäten fächer- und strukturübergreifend zu integrieren. Das ZEGV versteht sich dabei als interdisziplinäre Arbeits- und Organisationsstruktur der bisher 15 beteiligten Kliniken, Struktureinheiten und Einrichtungen der Dresdner Hochschulmedizin.

„Durch das Zusammenführen von fächer- und strukturübergreifender klinischer und methodischer Expertise sichert das ZEGV Effektivität, Effizienz und Nutzen medizinischer Interventionen unter Routinebedingungen und bildet damit einen weiteren Baustein für Exzellenz der Dresdner Medizinforschung. Dies trägt dazu bei, das wissenschaftliche Profil der Dresdner Hochschulmedizin weiter zu stärken und der Versorgungsforschung eine hohe nationale und internationale Sichtbarkeit zu verleihen“, sagt Prof. Heinz Reichmann, Dekan der Medizinischen Fakultät.

Leiter des neu gegründeten Zentrums ist Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, Inhaber der Professur für Sozialmedizin und Versorgungsforschung an der Medizinischen Fakultät: „Der Aufbau des ZEGV hat in Deutschland Pilotcharakter – es ist bundesweit das erste seiner Art. Es wird den Dresdner Profilschwerpunkt ‚Public Health/Versorgungsforschung‘ stärken und innovativ weiterentwickeln“, so Prof. Schmitt. Zudem stelle die Versorgungsforschung für Krankenkassen, Ärzte und politische Entscheidungsträger eine Schlüsseldisziplin dar. Die Institutionalisierung der Versorgungsforschung in der Dresdner Hochschulmedizin sei daher strategisch von besonderer Relevanz, so der Leiter des neu gegründeten Zentrums.

Unter anderem bietet die Partnerschaft mit dem Klinikums-Zentralbereich Qualitäts- und Medizinisches Risikomanagement (QRM) die Chance, Maßnahmen des Qualitätsmanagements und der Versorgungspfade und -prozesse sowie die Einführung von Standards am Universitätsklinikum kritisch zu evaluieren. „Unsere Ziele sind unter anderem, ungerechtfertigte Aufwendungen zu erkennen, effektive und effiziente Prozesse zu fördern und so zu einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit der medizinischen Leistungsfähigkeit am Uniklinikum beizutragen“, erläutert PD Dr. Maria Eberlein-Gonska, Leiterin des Zentralbereichs QRM. Diese Erkenntnisse können direkt in kosteneffizientere Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Forschungsschwerpunkte des neuen Zentrums, zum Beispiel die Versorgungsepidemiologie, Nutzen-Forschung oder Comparative-Effectiveness-Research sind methodenorientiert, aufeinander abgestimmt und universell auf Fragestellungen der konservativen und operativen kurativen Medizin sowie in der Qualitätsforschung und Prozessoptimierung anwendbar.

Kontakt:
Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Zentrum für evidenzbasierte Gesundheitsversorgung ZEGV [Link: 
hier]
Prof. Dr. med. Jochen Schmitt, MPH





 nächster voriger 
 nächster Kategorie: 'Gesundheitsökonomie' voriger