Corona-Prämie: 100 Millionen Euro werden kaum reichen

Hintergrund

Auch Pflegende im Krankenhaus sollen jetzt eine Anerkennungsprämie für die beruflichen Belastungen während der Corona-Pandemie bekommen. Der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben dazu ein Konzept entwickelt und Gesundheitsminister Jens Spahn vorgelegt. Bisher hatten nur Beschäftigte im Bereich des SGB XI, also primär Pflegeheime und ambulante Pflegedienste, Anspruch auf eine einmalige finanzielle Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro. 

Statement von Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann:

„Ich begrüße, dass die himmelschreiende Ungerechtigkeit bei der Verteilung der Corona-Prämie korrigiert wird. Die Pflegekammer Niedersachsen hatte in den vergangenen Monaten immer wieder gefordert, dass die Zahlung auch an die Beschäftigten in den Krankenhäusern, Reha-Kliniken, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Kinderkrankenpflege ausgeweitet werden muss. Diese Trennung hat den Unmut vieler in der Pflege Beschäftigter hervorgerufen und für eine Spaltung der Pflege geführt. Wichtig ist, dass jetzt auch die Beschäftigten in Einrichtungen der Behindertenhilfe und alle anderen, die bisher leer ausgegangen sind, nicht vergessen werden.

Ich bin skeptisch, ob die eingeplanten 100 Millionen Euro ausreichen werden. Rein rechnerisch würde diese Summe bei 1.000 Euro pro Beschäftigten nur für 100.000 Pflegende reichen. Ich appelliere an die Politik, auch diese Zahlung aufzustocken, wie es bisher für die Beschäftigten in der Altenpflege umgesetzt worden ist.

Die einmalige Zahlung darf allerdings nicht dazu führen, dass damit alle berechtigten Forderungen nach mehr Gehalt vom Tisch sind. Es führt kein Weg an flächendeckenden Tarifverträgen mit deutlich höheren Gehältern als heute vorbei.“

Quelle: pflegekammer-nds.de
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