Daten wirtschaftlich intelligent nutzen und rechtskonform verwerten

3. September 2020

Das Technologieprogramm „Smarte Datenwirtschaft – Künstliche Intelligenz, Semantik, Souveränität“ hat Halbzeit: Seit Dezember 2018 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Programms 20 Projekte, die praxistaugliche Lösungen zur intelligenten Nutzung und Verwertung von Daten entwickeln.

Ob sensorgestützte Fertigung, Smart Home oder autonomes Fahren – mit fortschreitender Digitalisierung von Industrie und Gesellschaft fallen immer größere Datenmengen an. Gleichzeitig gewinnen Daten zunehmend als Rohstoff für eine globale Datenwirtschaft an Wert. Im Rahmen der „Smarten Datenwirtschaft“ entwickeln 20 Projekte Lösungen, die es möglich machen, Rohdaten wirtschaftlich, sicher und rechtskonform zu verwerten. Ziel ist es, Datenprodukte zu schaffen, auf deren Basis datenbasierte Geschäftsmodelle entstehen können. ...

Branchen und Anwendungsfelder

Der Schwerpunkt liegt dabei auf Branchen, die für den Wirtschaftsstandort Deutschland strategisch wichtig sind, wie zum Beispiel die Lebensmittelherstellung, die Produktion oder die Prozessindustrie. Viele Projekte aus diesen Anwendungsfeldern arbeiten daran, heterogene Massendaten (Big Data) mit Hilfe von maschinellem Lernen zu analysieren, um beispielsweise Lieferketten zu optimieren oder Produktionsprozesse zu beschleunigen. Projekte in den Bereichen Handel, Logistik, Transport und Verkehr widmen sich etwa dem Aufbau digitaler Plattformen, die das Teilen und Handeln von Fahrzeug-, Güter- oder Logistikdaten über Unternehmensgrenzen hinweg sicher und attraktiv machen.

Mit Hilfe moderner Daten-Technologien entstehen intelligente Systeme zur Unterstützung von Entscheidungen in den Bereichen Gesundheit, Medien oder Ernährung. Solche Systeme verbessern beispielsweise die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzschwäche oder reduzieren mit einem „intelligenten Haltbarkeitsdatum“ die Verschwendung von Lebensmitteln.

Andere Projekte stellen Anwendungen bereit, die den Energieverbrauch senken oder Assistenzservices für Seniorinnen und Senioren bieten. In der Praxis erprobt wird zudem ein digitales Vertrags- und Zahlungsmanagement in der Bauwirtschaft sowie ein branchenübergreifendes Bewertungssystem, um das Datenkapital von Unternehmen zu bilanzieren.

Datenintegration, Rechts- und Datensicherheit

Zu den übergreifenden technischen Herausforderungen in diesem Programm gehört die Datenintegration: Unterschiedlichste Datenformate aus verschiedenen Quellen müssen in eine einheitliche Form gebracht werden, damit sie sich ohne lange Reaktionszeiten verarbeiten lassen.

Hinzu kommen Fragen der Rechts- und Datensicherheit. Es muss gewährleistet werden, dass kein unbefugter Zugriff auf die Systeme stattfindet und die Daten sowohl manipulationssicher als auch rechtskonform und nachverfolgbar verarbeitet werden. Zudem nutzen viele Plattformen sensible Daten, die zum Beispiel das private Umfeld oder die Gesundheit betreffen. Daher nutzen alle Projekte bei solchen personenbezogenen Daten den verlässlichen Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO).

Quelle: Pressemeldung – Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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