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Digitale Vermittlung von Pflegeheimplätzen: Mehr Zeit für die Beratung von Patienten im Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende

7. September 2020

Zuvor mussten die Mitarbeiterinnen des Sozialdienstes nicht selten bis zu 40 Pflegeheime anrufen, bevor ein passender Heimplatz für einen Patienten gefunden wurde. Mit dem neuen System geht eine deutliche Zeitersparnis einher.

Das Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende ist Vorreiter bei der digitalen Vermittlung von Pflegeheimplätzen. Sylvia Holtz-Wörmcke (Leitung Sozial- und Entlassmanagement, links) und Kerstin Kobold (Case-Managerin EKW, rechts), sprechen mit einer Patientin. Das Foto ist vor der Corona-Pandemie entstanden.
Seit Anfang August ist das Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende die erste Klinik in Göttingen und Umgebung, die ein internetbasiertes System nutzt, um Pflegeheimplätze für stationäre Patienten des Krankenhauses zu finden, die nach dem Krankenhausaufenthalt nicht direkt nach Hause entlassen werden können. Das System kommt an allen drei Standorten des Ev. Krankenhauses (Weende, Lenglern und Neu-Mariahilf) zum Einsatz.

Die Organisation von geeigneten pflegerischen Nachversorgungsmöglichkeiten ist eine tägliche Herausforderung im Klinikalltag. Gerade die Suche nach einem Pflegeheimplatz kostete die Mitarbeiterinnen des Sozial- und Entlassmanagements zuvor viel Zeit. Nicht selten mussten bis zu 40 Pflegeheime angerufen werden, bevor ein passender Platz für einen Patienten gefunden wurde. Mit dem neuen System geht eine deutliche Zeitersparnis einher – wertvolle Zeit, die dem Patienten zugutekommen soll.

Das Evangelische Krankenhaus Göttingen-Weende setzt mit der Einführung dieser digitalen Kommunikationsplattform zur Optimierung des Entlassmanagements ein Zeichen für eine optimale Patientenüberleitung vom Krankenhaus in Pflegeeinrichtungen. "Es handelt sich hierbei um ein digitales Instrument, welches uns tagesaktuelle Kapazitätsabfragen im pflegerischen Sektor ermöglicht und ein schnelles Verlegungsprozedere abbildet – ohne Informationsverlust", sagt Sylvia Holtz-Wörmcke, Abteilungsleitung Sozial- und Entlassmanagement des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende.

Auch die Pflegeeinrichtungen profitieren von dem Instrument. Dies zeigen positive Rückmeldungen an die Weender Klinik. In Zeiten des Fachkräftemangels sind hier insbesondere die Zeitersparnis im Aufnahmeprozess, der effiziente Personaleinsatz und die Möglichkeit zur proaktiven Steuerung des Pflegegradmixes zu nennen. "Es ist eine Arbeitserleichterung", sagt Nicole Mallach, im Haus Phönix am Steinsgraben zuständig für die Belegung. "Wir können unsere freien Kapazitäten online melden, so dass das Krankenhaus direkt sieht, in welchen Bereichen wir freie Plätze haben."

Wenn sich der Pflegeplatzmanager, so der Name des Systems, etabliert hat, können demnächst auch ambulante Pflegedienste in die digitale Vermittlung einbezogen werden.

"Uns ist es wichtig, dass bestenfalls alle Pflegeeinrichtungen den neuen Weg mit uns gehen, um so eine größtmögliche Vernetzung in Südniedersachsen zu schaffen" sagt Sylvia Holtz-Wörmcke. In einem Umkreis von zehn Kilometern um Göttingen ist bereits jede stationäre Pflegeeinrichtung an das System angebunden, in einem Umkreis von zwanzig Kilometern sind es immerhin noch 81 Prozent. Der über Jahre gewachsene persönliche Kontakt bleibe weiterhin bestehen, so Holtz-Wörmcke.

Quelle: ekweende.de
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