353.000 ausländische Pflegekräfte: Wie internationales Personal den deutschen Pflegemarkt stabilisiert
Jede fünfte Pflegekraft in Deutschland kommt aus dem Ausland. Ohne internationale Fachkräfte wäre der Personalmangel in der Pflege kaum noch beherrschbar…
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Der Anteil ausländischer Pflegekräfte in Deutschland ist seit 2015 von 7 auf 20 Prozent gestiegen. Absolut bedeutet das: 353.000 ausländische Beschäftigte bei 1,76 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt. In der ambulanten und stationären Pflege liegt der Ausländeranteil bereits bei 24 Prozent.
Das Wachstum einzelner Herkunftsgruppen verdeutlicht das Ausmaß der Verschiebung. Allein die Zahl syrischer Pflegekräfte stieg von 200 im Jahr 2015 auf heute 9.300. Die größten Gruppen stammen aus Bosnien und Herzegowina, der Türkei und Indien.
Der Engpass ist strukturell. Auf 100 offene Stellen für examinierte Pflegefachkräfte kommen bundesweit nur 57 Arbeitslose mit passender Qualifikation. Knapp 30.000 geförderte Weiterbildungen im vergangenen Jahr ändern daran wenig. Fast die Hälfte aller Pflegekräfte arbeitet in Teilzeit, deutlich mehr als im Beschäftigtendurchschnitt. Wer nur Köpfe zählt, unterschätzt den tatsächlichen Versorgungsdruck.
Für Kliniken und Pflegedienste wird internationale Rekrutierung zum zentralen Kosten- und Risikofaktor. Wer nicht in Sprachförderung, Abschlussanerkennung und Integration investiert, trägt die Folgekosten über Zeitarbeit und unbesetzte Stellen. Die Autoren sehen die Pflege als Frühindikator, denn ähnliche Muster zeichnen sich im Handwerk, in der Logistik und in Teilen der Industrie ab.
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