360 Millionen Euro Mehrausgaben: WIdO-Analyse offenbart Mengenexplosion bei Hybrid-DRGs
Eine WIdO-Analyse zeigt, dass Hybrid-DRGs 2025 zu deutlich höheren Fallzahlen und 360 Millionen Euro GKV-Mehrausgaben führten, ohne stationäre Fälle zu reduzieren. Die AOK fordert eine schnellere Vergütungsanpassung ab 2027…
- Politik
- Ökonomie
Die Hybrid-DRGs haben ihr Ziel verfehlt, denn statt die Ambulantisierung voranzutreiben, haben sie 2025 einen starken Anstieg der Fallzahlen und erhebliche Mehrausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung verursacht. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Die Fallzahlen bei niedergelassenen Ärzten stiegen 2025 um 65 Prozent auf rund 363.000 Fälle. Gleichzeitig gingen die stationären Behandlungen nicht zurück. Insgesamt wurden 17 Prozent mehr Fälle abgerechnet als im Vorjahr. Die GKV-Mehrausgaben beziffert das WIdO auf 360 Millionen Euro, inflationsbereinigt ein Plus von 14 Prozent. Für 2026 erwartet das Institut eine Verstetigung dieser Entwicklung.
Ursache sind vor allem Preis- und Mengeneffekte. Die Mischkalkulation aus stationärer und ambulanter Vergütung macht Hybrid-DRGs für niedergelassene Ärzte deutlich attraktiver als die bisherige EBM-Vergütung. Carsten Knoblich, Fachbereichsleiter Krankenhaus Abrechnung bei der AOK NordWest, kritisiert, dass Wirtschaftlichkeitsreserven so nicht gehoben werden.
Die AOK-Gemeinschaft fordert, die Übervergütung kurzfristig aufzulösen. Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz sieht eine Anpassung erst 2030 vor. Die AOK verlangt stattdessen eine schrittweise Konvergenz auf EBM-Niveau ab 2027, vollständig umgesetzt bis 2029.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.