530 Hitzetote in Bayern: Grüne fordern Klimaanlagen als Pflichtausstattung in Kliniken und Pflegeheimen

Während Intensivstationen und OP-Säle in bayerischen Kliniken über Kühlsysteme verfügen, fehlen diese in den meisten Patientenzimmern. Die Grünen drängen auf verbindliche Hitzeschutzpläne…

16. Juli 2026
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Die bayerische Staatsregierung hat keine Daten zur Hitzebelastung in einzelnen Kliniken und plant keine gesetzliche Pflicht zu Hitzeplänen. Das zeigt eine Antwort auf eine Anfrage der Landtags-Grünen. Dabei starben im Freistaat laut RKI in diesem Jahr bereits 530 Menschen an Hitzefolgen, mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 490 Toten.

In den meisten Patientenzimmern bayerischer Kliniken fehlt Kühlung. Klimatisiert sind laut Bayerischer Krankenhausgesellschaft (BKG) vor allem sensible Bereiche wie Intensivstationen und OP-Säle. Die Situation sei von Haus zu Haus unterschiedlich, einzelne Häuser hätten bereits investiert. Insgesamt müsse das Innenraumklima aber besser werden, fordert die BKG und setzt sich dafür auch politisch ein.

Das Gesundheitsministerium verweist auf die Eigenverantwortung der Kliniken als unabhängige Wirtschaftsunternehmen. Gesetzliche Regelungen zum Hitzeschutz sollten nach Ansicht der Staatsregierung auf Bundesebene erfolgen. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt bei geförderten Neu- und Umbauten sommerlichen Wärmeschutz vor. In der Praxis müssen Kliniken jedoch über jeden geförderten Posten einzeln verhandeln. Hitzeschutz falle dabei häufig hinten runter, ist aus den Häusern zu hören.

Grünen-Abgeordneter Patrick Friedl wirft der Staatsregierung vor, die Augen vor einem wachsenden Problem zu verschließen. Fraktionschefin Katharina Schulze bezeichnet Klimaanlagen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen als lebenswichtige Infrastruktur. Erschwerend kommt hinzu, dass das GKV-Spargesetz der Bundesregierung Kürzungen bei den Kliniken vorsieht, was Investitionen in Hitzeschutz zusätzlich erschwert.

Quelle:
sueddeutsche.de

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