Ärztekammer Sachsen-Anhalt warnt vor Folgen einer Abkehr von internationalen Fachkräften
In Sachsen-Anhalt sind 18,7 Prozent der Ärzte ohne deutschen Pass. Ärztekammer, KV und Ärztepräsident Reinhardt warnen vor politischen Maßnahmen, die internationale Fachkräfte verdrängen würden…
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Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 warnen Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung (KV) des Bundeslandes gemeinsam: Die flächendeckende medizinische Versorgung ist ohne internationale Fachkräfte nicht sicherstellbar.
Anlass ist das Wahlprogramm der AfD, die ankündigt, alles dafür zu tun, nicht mehr auf ausländische Ärzte angewiesen zu sein. Ärztekammer und KV sehen darin eine ernste Gefahr. Politische Entscheidungen, die Anerkennungsverfahren erschweren, Einwanderung begrenzen oder ein abschreckendes gesellschaftliches Klima erzeugen, würden zu längeren Wartezeiten, Schließungen medizinischer Einrichtungen, zusätzlicher Personalbelastung und einem verschärften Nachwuchsmangel führen.
Daten des Mediendienstes Integration belegen die Abhängigkeit, denn 18,7 Prozent der Ärzte in Sachsen-Anhalt besitzen keinen deutschen Pass, bundesweit liegt der Anteil bei 16 Prozent. In Krankenhäusern des Bundeslandes sind es sogar 27,1 Prozent. Im Altmarkkreis Salzwedel, einem der am dünnsten besiedelten Kreise Deutschlands, beträgt der Anteil 29 Prozent.
Hinzu kommt ein demografisches Argument: Ausländische Ärzte sind in Sachsen-Anhalt durchschnittlich rund zehn Jahre jünger als ihre deutschen Kollegen. Bundesweit sind 31 Prozent aller Ärzte 55 Jahre oder älter, viele stehen kurz vor dem Ruhestand.
Ärztepräsident Klaus Reinhardt warnt vor einer politischen Instrumentalisierung des Ärztemangels im ländlichen Raum. Auch Heilberufsvertretungen, -verbände und gesetzliche Krankenkassen in Sachsen-Anhalt betonen in einer gemeinsamen Erklärung, dass Vielfalt und gegenseitiger Respekt zentrale Voraussetzungen für die Gewinnung und dauerhafte Bindung von Gesundheitsfachkräften sind.
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