Ambulante OPs in Dresden: Vier Krankenhäuser bauen um – und warnen vor strukturellen Finanzierungslücken
Die Krankenhäuser in Dresden führen deutlich mehr ambulante Eingriffe durch. Das Uniklinikum zählte 2025 rund 7.000 Fälle, doch die Vergütung deckt den tatsächlichen Aufwand nicht…
- Ökonomie
Vier große Dresdner Krankenhäuser – Universitätsklinikum, Diakonissenkrankenhaus, St. Joseph-Stift und Städtisches Klinikum – verlagern zunehmend Operationen in den ambulanten Bereich. Gesetzlich vorgeschrieben: Der sogenannte AOP-Katalog legt mehr als 3.000 Eingriffe fest, die Krankenkassen grundsätzlich nur noch ambulant vergüten.
Die Fallzahlen steigen deutlich. Das Uniklinikum führte 2025 rund 7.000 ambulante Eingriffe durch, nach 6.200 im Vorjahr. Im ersten Quartal 2026 wurden bereits 3.500 Fälle gezählt. Das Diakonissenkrankenhaus behandelte 2025 insgesamt 3.103 Patienten ambulant (2023: 2.682), dazu kommen 1.540 hybride Fälle. Im St. Joseph-Stift stieg der ambulante Anteil in Gynäkologie und Chirurgie von 46 Prozent (2023) auf voraussichtlich über 65 Prozent in 2026. Das Städtische Klinikum meldet ein Plus von rund 15 Prozent seit 2023.
Alle vier Häuser haben baulich und organisatorisch reagiert: eigene ambulante OP-Zentren, getrennte Teams, separate Patientenwege. Das entlastet das Pflegepersonal auf den Stationen und reduziert Leerstand bei Betten.
Das zentrale Problem ist finanzieller Natur. Ambulante Eingriffe werden schlechter vergütet als stationäre, obwohl Personal, OP-Saal und Aufwachraum gleich viel kosten. Hybride Fälle bringen dem Städtischen Klinikum im Schnitt rund 25 Prozent weniger ein als früher die stationäre Behandlung. St. Joseph-Stift-Geschäftsführer Viktor Helmers und Chefärztin Dr. Astrid Flötgen fordern eine Vergütungslogik, die den individuellen Patientenzustand berücksichtigt statt pauschal nach Eingriff zu kategorisieren.
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