AOK fordert Ende der freien Preisgestaltung bei Apps auf Rezept
Apps auf Rezept sollen teurer reguliert, strenger geprüft und mit einer Zuzahlung von mindestens zehn Prozent belegt werden. Das fordert der AOK-Bundesverband in einem neuen Positionspapier…
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Der AOK-Bundesverband verlangt eine grundlegende Reform der Finanzierung digitaler Gesundheitsanwendungen. In einem Positionspapier kritisiert der Kassenverband die geltende Regelung, die Herstellern erlaubt, den Preis ihrer DiGA in den ersten zwölf Monaten nach Listung im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte frei festzusetzen. Im Jahr 2025 und Anfang 2026 lagen die Einstiegspreise durchschnittlich bei rund 595 Euro pro Anwendung.
Nach Ablauf der Zwölfmonatsfrist werden die Preise in Verhandlungen zwischen GKV-Spitzenverband und Herstellern um 30 bis 80 Prozent gesenkt. Für AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann zeigen diese Preiskorrekturen, dass den hohen Einstiegspreisen keine nachweisbare Verbesserung der Versorgung gegenübersteht.
Der Verband fordert außerdem, dass der Nachweis medizinischer Wirksamkeit bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme in das DiGA-Verzeichnis vorliegen muss. Die bisherige Erprobungsregelung soll entfallen. Zudem plädiert die AOK-Gemeinschaft für einen verpflichtenden Testzeitraum, damit Versicherte vorab prüfen können, ob eine Anwendung zu ihrem individuellen Bedarf passt.
Da DiGA derzeit zuzahlungsfrei und vollständig von der GKV erstattet werden, kritisiert der Verband hohe Abbruchraten und werbungsgetriebene Inanspruchnahme. Als Gegenmaßnahme fordert er eine Versichertenbeteiligung von mindestens zehn Prozent des geltenden Abgabepreises.
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