Berliner Diagnostikunternehmen Pirche testet KI-Plattform für Organtransplantationen
Pirche entwickelt eine KI-gestützte Plattform, die immunologische Risiken nach Organtransplantationen vorhersagen soll. Erste Kliniken nutzen das System im Forschungsrahmen, eine Zulassung ist zunächst nur in den USA geplant…
- Data und KI
- Digitale Klinik
- Ökonomie
Das Berliner Diagnostikunternehmen Pirche will mit KI-gestützter Software besser vorhersagen, wie gut Spenderorgan und Empfänger immunologisch zusammenpassen. Die Plattform soll Risiken nach einer Organtransplantation einschätzen und Ärzten helfen, Nachsorge und Therapie individueller zu steuern.
Im Mittelpunkt steht der „Tx Predictor“. Das System analysiert genetische Merkmale von Spender und Empfänger, insbesondere Humane Leukozyten-Antigene. Nach Angaben von Pirche untersucht die Plattform kleinere Molekülbereiche dieser Merkmale und modelliert, wie das Immunsystem langfristig auf ein konkretes Organ reagieren könnte.
Weltweit haben rund 800 Kliniken und Transplantationszentren direkten Zugang zur Plattform. Eingesetzt wird sie nach Unternehmensangaben vor allem bei Nierentransplantationen, außerdem bei Herz-, Lungen- und Lebertransplantationen. In Europa nutzen unter anderem die Charité Berlin und das Universitätsspital Zürich die Technologie, in den USA etwa Mayo Clinic, Mass General Brigham und Stanford Medicine.
Pirche betont, dass das System bislang nur im Forschungsrahmen eingesetzt wird und ausschließlich als Entscheidungshilfe dient. Über Organzuteilung, Transplantationsrisiko sowie Überwachung und Versorgung nach der Operation entscheiden die behandelnden Ärzte.
Eine formale Produktzulassung strebt Pirche zunächst nur in den USA an. Dafür will das Unternehmen rund zehn Millionen Euro aufnehmen. Eine Zulassung als Diagnostikprodukt in Europa plant Pirche derzeit nicht, weil Klein die Anforderungen als zu kompliziert und zu teuer beschreibt.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.