Chefärztin in Warendorf kritisiert Strukturen für Frauenkarrieren in Kliniken
Dr. Barbara Schulze Eilfing steht als Chefärztin in Warendorf für einen seltenen Karriereweg in der Chirurgie und kritisiert Klinikstrukturen, die Frauen weiterhin aus Führungspositionen drängen…
- Personal
Dr. Barbara Schulze Eilfing zeigt am Ameos Klinikum Warendorf, dass eine Karriere als Chefärztin in der Chirurgie möglich ist, aber stark von unterstützenden Strukturen abhängt. Die 46-jährige Mutter von zwei Kindern leitet die Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Lothar Biermann.
Für Schulze Eilfing war die familiäre Unterstützung entscheidend. Sie zog zurück in ihr Heimatdorf bei Greven und wohnt mit ihrer Familie gegenüber ihren Eltern. Ihre Mutter unterstützt die Familie seit elf Jahren jeden Morgen ab 6 Uhr. Nach ihrer Einschätzung scheitern viele Ärztinnen an fehlenden Kita-Plätzen für Schichtdienst, schwierigen Hierarchien, wenig Teamgedanken, problematischer Kommunikation, Machtmissbrauch und einem veralteten Frauenbild.
Schulze Eilfing berichtet auch von Patienten, die sie trotz Operation und täglicher Visite nicht als operierende Ärztin wahrnahmen. Früher habe sie solche Situationen weggelächelt, heute spreche sie das Verhalten offen an. Zudem engagiert sie sich beim Deutschen Ärztinnenbund als Mentorin für junge Medizinerinnen.
Nach einer Untersuchung des Deutschen Ärztinnenbundes lag der Anteil der Klinikdirektorinnen 2024 bundesweit bei 14 Prozent. Zugleich sind inzwischen zwei von drei Medizinstudierenden Frauen. Schulze Eilfing sieht weiter Änderungsbedarf, damit Frauen in Kliniken Karriere machen wollen und können.
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