Coliquio-Umfrage: 84 Prozent der Hausärzte übernehmen regelmäßig fachärztliche Aufgaben
Eine Coliquio-Befragung unter 178 Ärzten zeigt: Regionale Versorgungslücken zwingen Hausärzte regelhaft zu fachärztlichen Aufgaben. Fachärzte weichen bei jedem fünften Patienten von der idealen Therapie ab…
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Regionale Versorgungsdefizite verändern die Rollenverteilung zwischen Haus- und Fachärzten grundlegend. 84 Prozent der Hausärzte übernehmen laut einer Coliquio-Befragung unter 178 Ärzten (Feldzeit April bis Juni 2026) regelmäßig Aufgaben, die in die Facharztkompetenz fallen. 90 Prozent der Fachärzte bestätigen das.
Rund 22 Prozent der Patienten erhalten nach Einschätzung der Hausärzte keine optimale fachärztliche Versorgung. Die größten Lücken bestehen in der Psychiatrie (30 Prozent), der Neurologie (23 Prozent) und der Gastroenterologie (19 Prozent). Fachärzte sehen sich bei etwa 21 Prozent ihrer Patienten gezwungen, von der medizinisch idealen Therapie abzuweichen. Auf dem Land liegt dieser Anteil bei 35 Prozent, in der Stadt bei 18 Prozent.
Hausärzte übernehmen dabei konkret das Monitoring von Organtoxizitäten (51 Prozent), therapeutisches Drug Monitoring (49 Prozent) und Applikations-Support wie subkutane Injektionen (43 Prozent). Als größte Folge der Versorgungslage nennen 46 Prozent aller Befragten eine verzögerte Diagnosestellung.
Von Pharmaunternehmen wünschen sich die Ärzte vor allem Wirtschaftlichkeits-Garantien zum Schutz vor Regressen (34 Prozent), mobile Labordiagnostik mit Point-of-Care-Testing (31 Prozent), Telekonsile (30 Prozent) und organisierte Patienten-Fahrdienste (28 Prozent).
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