Datenpanne bei Unimed: 17 Kliniken in Baden-Württemberg melden Datenschutzverletzung

Durch den Cyberangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed wurden Daten von mindestens 80.000 Patienten im Südwesten kompromittiert. Betroffen sind ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler. Was Betroffene jetzt prüfen und beachten müssen…

2. Juni 2026
  • Data und KI
  • Digitale Klinik

Ein Cyberangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed mit Sitz im saarländischen Wadern hat Daten von mindestens 80.000 Patientinnen und Patienten im Südwesten betroffen. Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg hat von 17 Krankenhäusern Datenpannenmeldungen erhalten. Betroffen sind ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler.

Zu den möglicherweise abgeflossenen Daten zählen Namen, Adressen, Geburtsdaten, Kontonummern sowie Gesundheitsdaten zu Diagnosen und Krankheitsverläufen. Unimed relativiert: Bei der weit überwiegenden Mehrheit der abgeflossenen Daten handele es sich nicht um besonders sensible Finanz- und Gesundheitsdaten. Eine Veröffentlichung der entwendeten Daten sei nach aktueller Einschätzung beauftragter Spezialisten nicht mehr wahrscheinlich.

Die Ermittlungen führt das Fachdezernat „Qualifizierte Cybercrime“ beim saarländischen Landeskriminalamt, da Unimed seinen Sitz im Saarland hat. Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe bestätigte die Zuständigkeit der saarländischen Behörden.

Betroffene Kliniken, darunter die Unikliniken Freiburg, Tübingen und Ulm, haben Patienten persönlich informiert. Das Uniklinikum Tübingen hat alle 902 betroffenen Personen angeschrieben. Unimed erklärte, nach Erkennen des Angriffs Mitte April 2026 die Datenschnittstellen zu Kunden vorsorglich getrennt und erst nach forensischer Untersuchung und zusätzlichen IT-Sicherheitsmaßnahmen wieder in Betrieb genommen zu haben.

Der Landesdatenschutzbeauftragte und die Verbraucherzentrale empfehlen Betroffenen, Kontoauszüge zu kontrollieren, auf verdächtige Nachrichten zu achten und Rechnungsempfänger sorgfältig zu prüfen.

Quelle:
gmx.net

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