Deloitte-Studie beziffert Milliardenbelastung durch Personalmangel in Kliniken
Eine aktuelle Deloitte-Studie quantifiziert erstmals die wirtschaftlichen Folgen des Personalmangels in Krankenhäusern. Sie zeigt hohe Mehrkosten, erhebliche Erlösverluste und benennt konkrete Hebel zur Stabilisierung von Organisation und Finanzierung…
- Personal
- Ökonomie
Eine aktuelle Studie von Deloitte analysiert erstmals systematisch die wirtschaftlichen Folgen des Fachkräftemangels in der Pflege sowie im ärztlichen Dienst. Die Modellrechnung zeigt deutliche Belastungen für die gesamte Kostenstruktur und die Erlösentwicklung auf. Je nach Versorgungsstufe steigen die jährlichen Kosten um 3,5 bis 5,4 Prozent an. Die Ursachen liegen in der Fluktuation, der Rekrutierung, der Einarbeitung sowie im verstärkten Einsatz von Leiharbeitskräften. Zeitarbeit ist dabei teuer, denn sie verursacht 92 Prozent höhere Personalkosten als festangestellte Kräfte.
Hinzu kommen erhebliche Erlösverluste für die betroffenen Kliniken. Geschlossene Stationen und reduzierte Operationskapazitäten führen zu unausgeschöpften Erlöspotenzialen von bis zu 22 Prozent pro Jahr. Pro Klinik entspricht das entgangenen Einnahmen zwischen 5,2 und 27,1 Millionen Euro. Besonders stark betroffen sind Häuser der Grund- und Regelversorgung. Sie verfügen über geringere Puffer und stehen im Wettbewerb um Fachkräfte unter hohem Druck.
Die Studie identifiziert vier zentrale Treiber wie belastende Arbeitsbedingungen, steigende Teilzeitquoten, Bürokratielast und den demografischen Wandel. Ein Viertel der Beschäftigten nähert sich laut der Analyse bereits dem Rentenalter an. Die vorliegende Untersuchung versteht sich dabei ausdrücklich nicht als eine reine Prognose. Sie bildet auf Basis öffentlicher Daten lediglich wichtige Größenordnungen und Zusammenhänge ab. Gleichzeitig zeigt sie Handlungsfelder in der Personalstrategie, der Prozessgestaltung sowie der Organisationsentwicklung auf. Investitionen in Beschäftigte wirken wirtschaftlich stabilisierend.
Gebündelt, stets aktuell und immer handverlesen werden alle Neuigkeiten gesammelt und anwenderbezogen aufbereitet.