Destatis legt erstmals preisbereinigte Gesundheitsausgaben vor und zeigt strukturelles Wachstum
Das Statistische Bundesamt hat erstmals preisbereinigte Gesundheitsausgaben berechnet. 2024 stiegen sie real um 3,9 %, nach einem Rückgang von 4,0 % im Vorjahr…
- Ökonomie
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat erstmals preisbereinigte Gesundheitsausgaben für Deutschland berechnet. Demnach wuchsen die Ausgaben 2024 real um 3,9 % gegenüber dem Vorjahr. In jeweiligen Preisen stiegen sie um 7,6 % auf 538,2 Milliarden Euro. Die Preise für Waren und Dienstleistungen im Gesundheitswesen legten 2024 um 3,5 % zu.
Von 2015 bis 2019 entwickelten sich die preisbereinigten Gesundheitsausgaben gleichmäßig mit jährlichen Zuwächsen zwischen 2,6 % und 3,3 %. Die Corona-Pandemie löste 2020 und 2021 nachfragebedingte Anstiege von 5,9 % und 7,1 % aus. 2022 kehrte die Wachstumsrate mit 3,4 % annähernd auf das Vorkrisenniveau zurück.
2023 folgte ein Rückgang von 4,0 %, der erste seit 2004. Ursache war das Zusammentreffen deutlich gesunkener nominaler Gesundheitsausgaben der öffentlichen Haushalte mit starken Preissteigerungen infolge der durch den Ukrainekrieg ausgelösten Energiekrise.
Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchsen die preisbereinigten Gesundheitsausgaben in den vergangenen Jahren fast durchgehend stärker. Destatis nennt als Ursache unter anderem die mit einer alternden Gesellschaft einhergehende, weitgehend konjunkturunabhängige Nachfrage nach Gesundheitswaren und -dienstleistungen. Besonders deutlich zeigte sich die Divergenz 2020: Während die Gesundheitsausgaben real um 5,9 % stiegen, sank das BIP um 4,1 %. 2023 verzeichneten die Gesundheitsausgaben einen um 3,1 Prozentpunkte stärkeren Rückgang als das BIP.
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