BÄK

Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen müssen sich verbessern

8. September 2022

Die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) mahnt, dass sich die Arbeitsbedingungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Versorgungsbereich dramatisch verschlechtert haben. Eine weitere Zuspitzung der Lage ist ohne sofortige Gegenmaßnahmen nicht zu verhindern. 

„Die COVID-19-Pandemie hat die Ärzteschaft in den vergangenen 2,5 Jahren immens belastet und an ihre Grenzen gebracht“, sagt die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) Dr. med. Martina Wenker. Doch nun würden der ambulante und der stationäre Versorgungsbereich sowohl durch die Inflation als auch durch die Gesetzgebung des Bundes über den Rand des Möglichen getrieben: „Der massive Spardruck des Bundesgesundheitsministeriums wird auf den Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgetragen, deren Patientinnen und Patienten bereits jetzt unter den spürbaren Folgen leiden“, kritisiert Wenker.

Der Klinikärztin zufolge werden in den Krankenhäusern noch immer dringliche Operationen verschoben, da keine ausreichenden Kapazitäten – vor allem an Personal – vorhanden sind. „Es ist an der Zeit, den Ernst der Lage zu begreifen“, warnt Wenker. In vielen Bereichen und Regionen bemerkt auch ÄKN-Vizepräsidentin Dr. med. Marion Charlotte Renneberg eine Erschöpfung in der medizinischen Versorgung: „Das Gesundheitswesen hat noch nie so unter Druck gestanden wie heute.“

ÄKN-Präsidentin Wenker fordert deswegen von Landes- und Bundespolitik, dass zügig Sofortmaßnahmen ergriffen werden, um die Ärzteschaft vor einer persistierenden Überlastung zu schützen. Proteste von Ärztinnen und Ärzten gegen die Sparmaßnahmen des Bundesgesundheitsministeriums würden von der ÄKN unterstützt, so Wenker.

„Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen in Krankenhäusern, Praxen und im Öffentlichen Gesundheitsdienst“, unterstreicht auch Renneberg und fordert eine Fokussierung auf die Wertschätzung des gesamten medizinischen Personals. Dazu zählten auch die finanzielle Sicherung von erbrachten Leistungen wie die Versorgung von neuen Patientinnen und Patienten sowie die Förderung bestehender und gut funktionierender Strukturen, so die niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin.

Quelle: Bundesärztekammer
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