Arbeitseinblicke: Jens Spahn zu Gast im Diakonie‐Krankenhaus Harz in Elbingerode

18. Februar 2020

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besuchte im Rahmen der Hygiene‐Kampagne seines Ministeriums „Waschen wie Walter“ den Harz. Eine fast vollautomatische Waschstraße für Hände im Gepäck, sensibilisierte er Kinder und Erwachsene über das richtige Händewaschen.

Spahn nutzte die Gelegenheit seines Aufenthaltes, die DGD‐Klinik Diakonie‐Krankenhaus Harz GmbH in Elbingerode zu besichtigen. Während der Begegnung und Gesprächen mit Frau Dr. Claudia Fremder, Vorstandsmitglied der DGD‐Stiftung, den Geschäftsführern der Elbingeröder Klinik, Herrn Martin Montowski und Herrn Reinhard Holmer sowie Klinikbereichsleitern und Chefärzten besichtigte er die Station der Inneren Medizin, in der traditionsgemäß gerade die „Tage der Schüler“ stattfanden. Für eine Woche übernahmen Auszubildende des dritten Lehrjahres die Leitung der Station und freuten sich, dass sich gerade für diese Tage hoher Besuch ankündigte.

Wir lieben unseren Job!“ Die Schüler berichteten dem Bundesgesundheitsminister von ihrem Ausbildungsalltag, in dem sie viel Verantwortung übernehmen dürfen. Sie betonten jedoch auch, dass sie mehr Zeit in der Praxis benötigen würden, um sich auf alle Erfordernisse gut vorbereitet zu fühlen.

Bezüglich der Ausbildung müsse mehr in der Fläche getan werden, wie Klinikchef Montowski anmerkte. „Wenn wir nur noch Ausbildung in Ballungszentren haben, werden sich die jungen Menschen auch dort sozialisieren und dort bleiben.“ Das Diakonissen‐Mutterhaus in Elbingerode ist Träger der dort ansässigen Berufsfachschule für Pflegeberufe und befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den praktischen Ausbildungsorten DGD‐Diakonie‐Seniorenzentrum und DGD‐Diakonie‐Krankenhaus Harz. An Bewerbungen mangele es dem Haus nicht: „Die Pflegerinnen und Pfleger arbeiten gern bei uns, unter anderem deshalb, weil
es auf unserem Campus eine Besonderheit gibt: Theorie und Praxis sind nah beieinander“, so Montowski.  Nach dem Austausch im kleinen Kreis folgte eine große Diskussionsrunde im Kirchsaal des Diakonissen‐Mutterhauses auf dem Campusgelände. Dort warteten Auszubildende aus unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen ebenso in den Stuhlreihen wie gestandene Ärzte und Pfleger. Sogar aus dem EDV‐Bereich der DGD‐Klinik sind Mitarbeiter vor Ort, um ihre Fragen zu stellen. Es geht um die elektronische Patientenakte, den Mindestlohn, Pflegekräfte aus dem Ausland und Ärztenachwuchs.  Jens Spahn notierte sich einiges, zeigte sich ganz nah und antwortete geduldig. Er gab zu, dass an vielen Stellen, wenn es um das Thema Pflege gehe, Vertrauen verloren gegangen sei – in die Politik, Institutionen und das System allgemein. Daher gab auch er Einblicke in seine Arbeit und Ausblicke auf zukünftige Entwicklungen, die den Arbeitsalltag auf allen Ebenen verbessern sollen: Mehr Fachkräfte wolle er gewinnen, indem noch bestehende Ausbildungskosten im medizinischen Sektor gegen eine Vergütung getauscht werden. Und durch die Aufhebung der Grundlohnbindung sollen auch den Fachkräften in Reha‐Einrichtungen höhere Gehälter ermöglicht werden. Nach eigenen Aussagen arbeite er diesbezüglich „mit Hochdruck an einem neuen Gesetz“. Auch den Zugang zum Medizinstudium wolle er erleichtern, die Abiturnote als vorrangiges Kriterium abschaffen. Spahn nutzte die Diskussionsrunde auch dafür, die Anwesenden zum Nachdenken anzuregen: „Wir müssen über die Probleme reden, den Stress, die Bezahlung. Aber lassen Sie uns auch darüber reden, warum es schön ist, Pflegerin oder Pfleger zu sein.“

Quelle: Pressemeldung – DGD-Stiftung
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