Asklepios Klinik Wandsbek gewinnt den Deutschen CHANGE Award 2021

23. September 2021

Ein mutiger „Reset“ der gesamten Projektstruktur unter Federführung der Geschäftsführerin Catharina Schlaeger überzeugte die prominente Fachjury.

Sich wandelnde Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen erfordern ein hohes Maß an Agilität des Managements. Neben dem Fachkräftemangel und dem systembedingten, wirtschaftlichen Druck, gibt es zahlreiche weitere Einflussfaktoren und Herausforderungen, denen es zu begegnen gilt. Das Projekt „Reset Wandsbek“, welches bereits im Oktober 2019 startete, hat den Anspruch diese externen und internen Anforderungen zu sortieren und strukturiert nachhaltige Lösungsansätze zu implementieren.

„Wir sind beeindruckt von dieser breiten Implementierung des Change Managements in die vorhandenen Projektstrukturen eines Hauses. Damit wurde nicht nur die Grundlage für ein planvolles und werteorientiertes Vorgehen geschaffen, sondern es werden zugleich alle Projekte eines Hauses über alle Berufsgruppen hinweg von diesem Ansatz erfasst. Mehr Nachhaltigkeit geht nicht!“ so Felix Dorn, Board Member der ICMG Initiative Change Management im Gesundheitswesen, die alljährlich den Deutschen CHANGE Award verleiht.

Philosophie des Projektes ist die gemeinsame Erarbeitung von nachhaltigen Lösungsansätzen, unabhängig von Berufsgruppen und Hierarchiestufen unter Beteiligung der Mitarbeitenden. Aufgebaut wird auf einem offenen, transparenten und wertschätzenden Umgang, um auf Augenhöhe konstruktiv den Fokus auf die Zielfindung zu richten. Die an New Work orientierte Projektstruktur sieht vor, dass die Mitarbeiter stets mitgenommen werden. Sie selbst werden gehört, bearbeiten die Themen und arbeiten aktiv an den Veränderungsprozessen mit. Das Interesse der Mitarbeitenden ist trotz Freiwilligkeit sehr groß, so dass mittlerweile über 80 Mitarbeiter aktiv im Rahmen des Projektes die Entwicklung gestalten.

Die Projektstruktur sieht die eigenständige Bearbeitung vielfältiger Themen in fünf Teams vor, die interdisziplinär besetzt sind – von der Pflegekraft auf Station, über Mediziner, Therapeuten, Experten der Servicebereiche sowie weiteren Kollegen aus anderen Abteilungen, die für die einzelnen Sachverhalte benötigt werden. Die Namen der Teams (Menschen, Portfolio, Zahlen, Kommunikation, Strukturen & Prozesse) sind bewusst gewählt, da die gemeinsame Bearbeitung im Fokus steht. „Arbeitsgruppen“ wären dem nicht gerecht geworden. Es geht um das Wir-Gefühl dahinter. Die übergeordnete Projektmanagerin im Klinikum sorgt für Transparenz zwischen den Teams und sichert die Koordination.

Alle Mitarbeiter der Klinik können wie im Lean Change Management jederzeit relevante Themen über das Kernteam in das Projekt einbringen, die dann in den jeweiligen Teams bearbeitet werden. Zur Unterstützung steht den Teams eine Toolbox zur Verfügung, die ihnen u.a. kreative Arbeitsformate für die Sitzungen an die Hand gibt.

Hierzu Dr. Martina Oldhafer, Vorsitzende der Fachjury und Board Member der ICMG: „Ein erfolgreiches Change Management beruht immer auf einer abgestimmten Rollenverteilung und den geeigneten Prozess- und Veränderungswerkzeugen. Wer diese richtig einsetzt, ist auch in der Lage, Kennzahlen im Auge zu behalten und damit die angestrebte Nachhaltigkeit zu erreichen.“

„Reset Wandsbek“ ist gelebter Change. Jeder Input der Mitarbeiter wird ernstgenommen – auch wenn er zunächst banal erscheint. Oft wird festgestellt, dass bereits die kleinen Stellschrauben eine große Wirkung haben. Dabei ist wichtig eine Projektstruktur zu etablieren, die die Prozesse koordiniert, schnelles und direktes Feedback in die Teams gibt und einen kurzen Kommunikationsweg zur Geschäftsführenden Direktion herstellt.

Es wurde der Change Ansatz der lernenden Organisation angewendet, weil eine radikale Veränderung gewünscht war. Vor allem weil diese schnell innerhalb der Belegschaft wahrgenommen werden sollte und so das Bewusstsein entsteht, dass eine Partizipation einen Mehrwert für alle hat.

Zur nachhaltigen Etablierung dieses Change-Gedankens setzt die Klinik auf einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess der Unternehmung. Der Input entsteht nicht aus der formalen Zuständigkeit, sondern wie in New Work durch Entfaltung des Leistungspotentials.

Somit ermutigt das System zu zunehmender Eigeninitiative, von der alle profitieren. Innerhalb des Projekts wurden bereits über 120 Veränderungsprozesse angestoßen.

Dieses Jahr geht an den Gewinner des Deutschen CHANGE Award ein Stipendium an dem IOM Institut für Organisation & Management Steinbeis-Hochschule-Berlin zum Zertifikatslehrgang "Leadership und Change Management Healthcare" in einem Gesamtwert von 21.000 Euro.

 

Quelle: deutscher-change-award.com
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