DBfK

Ausgleich für Dauerbelastung, um Pflegefachpersonen im Beruf zu halten

20. Oktober 2022

DBfK fordert sofortige Gesundheits- und Schutzmaßnahmen, um ein Ausbluten der Pflege zu verhindern

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) ruft die Politik dazu auf, das Personal in den Kliniken umgehend besser zu schützen. „Die permanente Überlastung und die regelmäßig auftretenden Ausnahmezustände in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen dürfen auf keinen Fall dazu führen, dass noch mehr Pflegefachpersonen ihrem Beruf für immer den Rücken kehren. Diesen weiteren Verlust an gut ausgebildeten Pflegefachpersonen können wir uns nicht leisten, zumal die Personalsituation in unserem Gesundheitssystem bereits vor Corona auf Kante genäht war“, warnt die Geschäftsführerin des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Südost e.V. Dr. Marliese Biederbeck.

Als erste Sofortmaßnahme gegen den Exodus aus der Pflege fordert der Verband, einen umgehenden Schutz der Pflegefachpersonen vor krankmachender Überlastung. In einem Positionspapier für einen Pflegegratifikationsschein stellt der DBfK konkrete Schritte dazu vor: Eine Verringerung der wöchentlichen Arbeitszeit ab dem 50. Lebensjahr auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich und fünf zusätzliche Urlaubstage gehören ebenso zu den Vorschlägen, wie unbürokratische Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen.

Stefanie Renner, die stellvertretende Geschäftsführerin des Verbandes kritisiert: „Sehenden Auges rennen die verantwortlichen Politiker:innen im Quartalsabstand von einer Pflege-Krise in die nächste. Was wir brauchen ist eine langfristige Revitalisierung der Pflege, statt kurzfristiger Reanimationsmaßnahmen. Dafür sind neben einer Wertschätzung der Arbeit auch konkrete schnell wirksame Schritte notwendig, damit Pflegefachpersonen – egal ob jung oder alt – in ihrem Beruf bleiben.“

Die Geschäftsführerinnen sind überzeugt: „Junge Menschen werden sich nur dann für einen Beruf im Gesundheitswesen entscheiden, wenn sie sehen, dass sie bei der Arbeit gesund bleiben und dass man für die Leistung ordentlich bezahlt wird.“

Quelle: dbfk.de
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