Besser vorbereitet für Pandemien – neues Verbundprojekt PREPARED von Universitätsmedizin Göttingen mitkoordiniert

29. September 2022

Bundesweites Projekt "PREpardness and PAndemic REsponse in Deutschland" (PREPARED) aus dem Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) am 1. September 2022 gestartet. Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Universitätsklinikum Dresden (UKDD) koordinieren.

In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung besonders gut funktioniert, wenn die verschiedenen Beteiligten, wie zum Beispiel Kliniken und Gesundheitsämter, miteinander vernetzt sind, Informationen austauschen und ihr Vorgehen abstimmen. Ein Gesundheitssystem ist besonders krisenfest, wenn es Infrastrukturen bereithält, die eine derartige Vernetzung schnell, anpassbar und auf Basis gemeinsamer Regeln möglich macht.

Eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung und medizinische Forschung in der gegenwärtigen Pandemie und auch in zukünftigen Pandemien und Krisen  sicherzustellen, ist das Ziel von „PREpardness and PAndemic REsponse in Deutschland" (PREPARED). In dem bundesweit angelegten Projekt PREPARED im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) arbeiten alle 36 Universitätskliniken in Deutschland gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut und weiteren 17 Partnern zusammen, um eine kooperative, agile und leistungsstarke Infrastruktur zu entwerfen. Die Leitung des Vorhabens liegt bei Prof. Dr. Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Prof. Dr. Jochen Schmitt, Leiter des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) des Universitätsklinikums Dresden (UKDD). Das Verbundvorhaben ist am 1. September 2022 gestartet und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

„Wir freuen uns darauf, in den kommenden zwölf Monaten gemeinsam mit unseren Kolleg*innen der Universitätskliniken die Voraussetzungen für eine schnelle und gezielte Reaktion in der noch vorherrschenden Pandemie zu schaffen und Strukturen zu etablieren, die auch nachhaltig für noch kommende Gesundheitskrisen bundesweit genutzt werden können“, sagt Prof. Scheithauer.

Im Rahmen von PREPARED wird zum einen geprüft, welche Infrastrukturen in der aktuellen pandemischen Lage dazu beigetragen haben, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung effizient sicherzustellen. Darüber hinaus soll untersucht werden, welche Infrastrukturen entwickelt werden müssen, um ein noch krisenfesteres Gesundheitssystem mittel- und langfristig, zum Beispiel für zukünftige Pandemien, zu erreichen.

Das Institut für Krankenhaushygiene und Infektiologie der UMG bringt seine Expertise im Bereich der Infektionsmedizin ein: Es ist beteiligt an der Konzeptentwicklung, insbesondere zur Verbesserung der Patient*innenversorgung und -sicherheit, und liefert Informationen zur Steuerung von Maßnahmen im Bereich Public Health. Zudem sollen Lehren aus der Pandemiebekämpfung in Bezug auf die verwendeten Testverfahren gezogen sowie ein Maßnahmenplan und ein strukturiertes Forschungsprogramm für die Verbesserung der künftigen Pandemievorbereitung (‚Pandemic Preparedness‘) entwickelt werden. Im Weiteren wird sich die UMG unter anderem gemeinsam mit der Universität Göttingen im Bereich der Nutzung und Verwaltung von Patient*innen- und Gesundheitsdaten sowie beim Management der Einwilligungserklärungen, in denen die Patient*innen der Erhebung und Verwendung ihrer Daten zu Forschungszwecken zustimmen, einbringen.    

Weitere Schwerpunkte des Verbundvorhabens sind die Entwicklung und Evaluation von Präventions-, Früherkennungs- und Teststrategien. Es soll untersucht werden, inwieweit mathematische Modellierungen zukünftig eine noch zentralere Rolle spielen können, und wie wissenschaftliche Evidenz schnell und systematisch in die Patient*innenversorgung einfließen kann. Dabei zielt das Projekt nicht nur auf die Versorgung an Universitätskliniken ab, es entwickelt und testet auch Netzwerkstrukturen mit anderen Krankenhäusern und mit Gesundheitsämtern. Darüber hinaus werden Fragen zu Personalmanagement und Mitarbeiter*innengesundheit eine Rolle spielen.

Für die Entwicklung und Testung dieser Infrastrukturen wird die Expertise der Universitätskliniken durch die Kompetenzen und das Wissen zahlreicher externer Partner ergänzt. Dazu gehören, neben dem Robert Koch-Institut, unter anderem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Berlin, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen, das Aktionsbündnis Patientensicherheit in Berlin, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen sowie das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Aachen.

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen
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