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Charité Universitätsmedizin Berlin setzt Patientenbegleit-App alley zur OP-Vorbereitung in der Orthopädie ein

12. August 2022

Obwohl in kaum einem Land die medizinischen Standards so einheitlich hoch sind wie in Deutschland, fallen Behandlungsergebnisse oft weit weniger gleichmäßig aus als unter diesen Umständen zu erwarten wäre. Die Gründe dafür liegen vor allem in den vielen individuellen und äußeren Faktoren, die neben der eigentlichen medizinischen Behandlung Einfluss auf das Ergebnis haben. Wenn es gelingt, diese Einflussfaktoren umfassend in die medizinische Behandlungsplanung einzubeziehen, lässt sich das Behandlungsergebnis deutlich verbessern.

Das Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité Universitätsmedizin Berlin setzt genau an diesem Punkt an und arbeitet dazu mit der Patientenbegleit-App alley. Die App kommt bei der Vorbereitung zum operativen Gelenkersatz in Knie oder Hüfte zum Einsatz und gibt den behandelnden Ärzten und Physiotherapeuten einen 360-Grad-Blick auf ihre Patient:innen. Neben medizinischen Daten erfasst die alley-App patientenberichtete Daten zu körperlicher, psychischer und sozialer Gesundheit und bündelt die Kommunikation zwischen Patienten, niedergelassenen Ärzten, Klinikärzten und physiotherapeutischer Nachsorge auf einer medizinischen Plattform. Die Patienten erhalten über die App auf sie zugeschnittene Informationen zu ihrem Krankheitsbild und zur OP-Vorbereitung, individuelle Übungen zum Erhalt der Grundmobilität sowie Zugang zum alley Care Management - persönlichen, medizinisch geschulten Betreuern, die bei Fragen rund um den Behandlungsweg oder den Krankenhausaufenthalt weiterhelfen.

Bessere Behandlungsqualität durch Einbeziehung sozialer Gesundheitsfaktoren

Die Gesamtheit der Lebens- und Arbeitsbedingungen, die ein Behandlungsergebnis beeinflussen, bezeichnet man auch als Soziale Determinanten von Gesundheit (SDOH = Social Determinants of Health, Dahlgren & Whitehead (1991)). In Verbindung mit patientenindividuellen Inhalten, einer Begleitung über die verschiedenen Stationen des Behandlungswegs und Anleitung zum aktiven Selbstmanagement entsteht eine ganzheitliche Perspektive auf und für die Patient:innen, die sich positiv auf das Behandlungsergebnis auswirken kann.

Univ.-Prof. Dr. Carsten Perka, Ärztlicher Direktor des Centrums für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité erklärt: "Unser Ziel ist es, mithilfe der ally-App den Behandlungserfolg bei Patient:innen mit Hüft- und Kniearthrose systematisch zu erfassen und nachfolgend zu verbessern. Durch die umfassende Erhebung körperlicher, psychischer und sozialer Gesundheitsfaktoren können wir Risikofaktoren erfassen, Komplikationen vermeiden, und die Behandlung bezüglich der Bedürfnisse unserer Patient:innen individuell gestalten. Wir bleiben zudem mit unseren Patient:innen in Kontakt. Die umfassende Datengrundlage hilft uns außerdem dabei, Abläufe zu optimieren und stetig die Qualität unserer Arbeit zu erfassen und zu verbessern."

Begleitung über die gesamte Patient-Journey

Patient:innen mit degenerativen Gelenkerkrankungen in Hüfte oder Knie erhalten in der Charité schon ab dem Vorgespräch Zugang zur alley-App und können mithilfe strukturierter Fragebögen ihre gesundheitsrelevanten Daten per Tablet, Smartphone oder Web-Zugang erfassen und sich auf das Anamnesegespräch vorbereiten. Über das Dashboard als Gegenstück zur App können die behandelnden Ärzt:innen die von den Patient:innen freigegebenen Gesundheitsdaten einsehen und in die Behandlungsplanung einbeziehen. Durch die Anbindung ambulanter Versorger werden zudem, Informationslücken geschlossen, die aufgrund mangelnder Schnittstellen sonst die Patient-Journey unterbrechen könnten. Dadurch kann nach einem Eingriff auch die Nachsorge, zum Beispiel physiotherapeutische Betreuung, optimiert werden.

Manuel Mandler, Gründer und Chief Commercial Officer von alley betont: "alley bietet ein datenbasiertes digitales Medizinprodukt zur systematischen Qualitätsverbesserung in der medizinischen Versorgung, das die Patient:innen in den Mittelpunkt stellt. Damit erhalten alle Beteiligten eine bessere Behandlungsgrundlage. Gemeinsam mit der Charité arbeiten wir daran, die Behandlungsqualität nachhaltig zu stärken."

Quelle: presseportal.de
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