Der Aufsichtsrat der Kliniken Köln trifft richtungsweisenden Beschluss zur Zukunft der Kliniken Köln

8. November 2019

Die neue Medizin- und Standortstrategie bietet eine erfolgversprechende Zukunftsperspektive für die Kliniken Köln und sichert die Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger.

Die Kliniken Köln passen Strukturen an, verändern das Leistungsangebot der Standorte und wappnen sich so für die Zukunft. Statt in den bisher stark abgegrenzten Abteilungen sollen Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten in Medizinischen Zentren zusammenarbeiten und – innerhalb vorgegebener Grenzen – autark handeln. Im Sinne einer Bündelung der Kräfte und Ressourcen werden diese Zentren am Standort Merheim konzentriert. Am Standort Holweide soll ein medizinisches Kompetenzzentrum entwickelt werden. Dieses soll eine Grundversorgung für die Bürgerinnen und Bürger des Stadtbezirks sowie neue Leistungen zum Beispiel in der Rehabilitation anbieten und sich zudem auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft einstellen. Die Struktur des Kinderkrankenhauses Amsterdamer Straße bleibt unverändert an den Standorten in Riehl und Holweide. Dieses sind – in aller Kürze – die wichtigsten Kernpunkte der strategischen Neuausrichtung der Kliniken Köln. Das Konzept wurde für die Kliniken Köln in der aktuellen Organisationsform entwickelt, bildet aber auch die Grundlage im Falle eines zukünftigen Klinikverbundes.

„Das von der Geschäftsführung vorgeschlagene Medizin- und Standortkonzept wurde intensiv in mehreren Sitzungen des Aufsichtsrates, vorbereitet von einem eigenen Strategieausschuss, diskutiert. Der nun vorliegende Vorschlag überzeugt. Es ermöglicht eine strategische und strukturelle Weiterentwicklung der Kliniken Köln und stellt zugleich die notwendige Daseinsvorsorge im großen Stadtbezirk Mülheim sicher“, erläutert Michael Paetzold, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kliniken Köln. „Der Aufsichtsrat hat daher der Gesellschafterversammlung empfohlen, die Geschäftsführung mit der Detailplanung zu beauftragen. Es ist ein richtungsweisender Beschluss, um die Kliniken Köln strategisch auf eine erfolgreiche Zukunft auszurichten. Ich bin froh, dass damit ein wichtiger Meilenstein zur Neuausrichtung der Kliniken Köln erreicht ist und die seit vielen Jahren immer wieder gestellte Standortfrage mit einer intelligenten Lösung beantwortet wird.“

Die Kliniken der Stadt Köln (KdSK) müssen sich – unabhängig von der Entscheidung über die Ausgestaltung eines Klinikverbundes mit der Uniklinik Köln – neu aufstellen, um im veränderten medizinischklinischen Umfeld bestehen zu können. Dabei müssen auch Themen wie die Optimierung der Organisation, die Verteilung von Ressourcen und Aufgaben sowie Zuständigkeiten hinterfragt werden.

„Derzeit sind unsere Fachabteilungen nach engen Leistungsbereichen untergliedert. Aktuell gibt es beispielsweise vier Kliniken, die erwachsene internistische Patienten behandeln. Diese Strukturen verhindern schnelle Entscheidungen und entsprechen vor allem nicht mehr den Bedürfnissen der Patienten und Patienten“, erklärt Holger Baumann, Geschäftsführer der Kliniken Köln, den Hintergrund der neuen Medizinstrategie. „Patienten erwarten – völlig zu Recht – eine ganzheitliche Behandlung aus einer Hand mit einer engen Vernetzung aller Fachrichtungen für die ambulante und stationäre Versorgung, ohne Doppeluntersuchungen und mit möglichst wenigen Schnittstellen. Künftig werden wir diese Anforderungen durch unsere neue Zentrumsorganisation erfüllen. Diese Zentren sollen umfassende Leistungsgruppen anbieten und eine höhere Autonomie erhalten, um schnellere Entscheidungen möglich zu machen, “ so Holger Baumann. „Wir verbessern die Versorgungsqualität und werden schneller. Die Ressourcen werden besser ausgelastet, der administrative Aufwand sinkt, die Patientenzufriedenheit steigt und führt zu einer besseren Außenwirkung. Die größere Entscheidungsfreiheit ist ein wichtiger Motivationsfaktor für Beschäftigte. Diese Effekte werden auch zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit der Kliniken Köln führen.“

Im ersten Schritt wird die Zahl der medizinischen Organisationseinheiten etwa halbiert: anstelle von 27 Fachabteilungen soll es 14 Zentren geben. Dabei soll das medizinische Leistungsspektrum auf gar keinen Fall verringert werden; es handelt sich um eine organisatorische Änderung. Die tiefgreifende Umorganisation der Kliniken Köln wird schrittweise vorgenommen. Die ersten vier Zentren sollen in den nächsten Monaten – zunächst in der bisherigen Standortstruktur - entstehen; derzeit laufen die vorbereitenden Arbeiten.

Die neuen medizinischen Zentren sollen am Standort Merheim konzentriert werden. „Eine Spezialisierung in den Zentren bedeutet auch eine Konzentration der Ressourcen. Mit unserer Strategie möchten wir unsere Stärken weiter fördern. Das Klinikum Merheim als Maximalversorger wird durch die Verlagerung der Zentren Auftrieb erhalten, die Versorgung der Patienten schneller und besser. Der Krankenhaus Holweide ist jetzt ein Grund- und Regelversorger mit einigen herausragenden Spezialitäten. Das Angebot des Standorts Holweide soll sich im nächsten Jahrzehnt deutlich verändern. Eine Stärke des Standortes Holweide ist seine starke Verwurzelung im Bezirk. Die Verankerung im Veedel soll bleiben. Holweide soll sich als Anlaufstelle für eine Grundversorgung profilieren – beispielsweise für leichtere Notfälle, für internistische Erkrankungen, für Geriatrie, für Rehabilitation, “ erläutert Holger Baumann. „Das Profil des Standortes Holweide wird sich ändern. Wesentlich ist aber, dass Holweide auch in Zukunft eine wichtige Anlaufstelle für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger bleiben wird.“

Das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße mit seinem bundesweit hervorragenden Renommee und einem speziellen Leistungsspektrum bietet sich für eine Zusammenlegung mit den Standorten der Erwachsenenmedizin nicht an; daher wurde entschieden, die bisherige Standortstruktur beizubehalten.

Nach der Entscheidung des Aufsichtsrates muss nun die Gesellschafterversammlung den Plänen zustimmen, damit die Geschäftsführung mit der Detailplanung beginnen kann. „Wir stehen vor der spannenden Herausforderung, sowohl die innere als auch die äußere Struktur des Unternehmens grundlegend zu verändern. Dieser Prozess wird mehrere Jahre beanspruchen“, sagt Holger Baumann. „Ich hoffe sehr, dass die Gesellschafterversammlung dem Votum des Aufsichtsrates folgt und den strategischen Überlegungen zustimmt, damit wir in die nächste Planungsphase gehen können. Die Planung sieht Neubauten in Merheim und Holweide vor. Neben der strukturellen Frage wird sich dabei auch die Frage der Finanzierbarkeit stellen. Ein wichtiger Aspekt ist die Frage, in welchem Umfang wir Fördermittel des Landes erhalten können. Da unsere Medizinstrategie der Grundidee der künftigen Krankenhausplanung des Landes NRW folgt und wir zudem durch die Konzentration die Zahl der Krankenhausbetten für die Akutversorgung reduzieren wollen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir Fördermittel des Landes erhalten können. Für diese und alle weiteren Planungsfragen wollen wir schnellstmöglich Antworten suchen und einen konkreten Zeitplan erarbeiten.“

Quelle: Pressemeldung – Kliniken der Stadt Köln gGmbH
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