Die Woche 02 | 2018 - Berlin macht´s möglich

12. Januar 2018

Der Plan, das landeseigene Großunternehmen Charité als Körperschaft des öffentlichen Rechts und das Deutsche Herzzentrum Berlin als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts zusammenzuführen, schien Mitte Dezember zunächst gescheitert. Doch nun scheint mit dem neuen Jahr auch neue Motivation und Energie in die Verhandlung gekommen zu sein.

Das „Universitäre Herzzentrum Berlin“ wurde am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Deutschen Herzzentrum vorgestellt. Die internationale Spitzenstellung Berlins in der Herz-Kreislaufmedizin kann so im Bereich der Forschung, Krankenversorgung und Lehre weiter ausgebaut und langfristig gesichert werden.

Doch nur wenn jede Klinik ihre jeweiligen Stärken einbringen kann und bei den Erlösen fair behandelt wird, haben sie auf dem schwierigen Gesundheitsmarkt eine Chance, meint Ulrich Nußbaum, ehemaliger Finanzsenator Berlins.

Um Forschung und Lehre hat sich auch das Deutsche Institut für Pflegeforschung (DIP) intensive Gedanken gemacht und einen sogenannten Masterplan vorgestellt. Ob 30% Lohnerhöhung bei der Pflege wirklich realistisch und nicht nur hoffnungsschürend sind, soll sich in den nächsten Jahren herausstellen. “Die aktuelle sehr gute Kassenlage gibt das her", sagte der Leiter des DIP Professor Frank Weidner.

Auch der neue Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, erwartet von der künftigen Bundesregierung ein schnelles Signal für Verbesserungen in der Pflege. Wagner räumte ein, dass grundlegende Verbesserungen „Milliarden Euro zusätzlich kosten“ würden. Umgekehrt entstünden durch falsche und schlechte Pflege schon heute immense Kosten – etwa durch Krankenhausinfektionen, über­mäßige Bürokratie und schlechte Personalführung.

Auch die Krankenkassen steigen da mit ein. Kurz vor dem erwarteten Ende der Sondierungsverhandlungen zwischen Union und SPD pochen die Krankenkassen auf ein Gesamtkonzept für bessere Pflege am Krankenbett und warnen die neue Bundesregierung davor, "immer mehr Geld mit der Gießkanne an alle Krankenhäuser" zu verteilen...Wenig wunderliche Nachricht. Die Politik hatte die Kassen verpflichtet, Tarifsteigerungen teils zu bezahlen. Auch wenn dieser Posten die Lohnerhöhungen nicht voll abdeckt, zahlen die Kassen aus ihrer Sicht unterm Strich immer mehr für den laufenden Klinikbetrieb.

Da gibt es aber auch welche die handeln, statt nur zu klagen. Sowohl in Berlin, als auch in Freiburg, Hannover und Nürnberg gestaltet sich eine Möglichkeit der Zukunft der Pflege in Form von Pflegepraxiszentren. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung sollen Patienten anhand neuster Technologien besser versorgt und Pflegekräfte entlastet werden. „…Mit den Pflegepraxiszentren schaffen wir die Möglichkeit, gemeinsam im Pflegealltag neue Wege einzuschlagen. Dabei soll die Technik die Pflege unterstützen und wieder mehr Freiheiten im Umgang mit dem Patienten schaffen", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka.

Aber das Jahr hat ja auch erst begonnen ... Schließlich müssen die Beteiligten der vielen Positionswechsel, die in diesem Jahr schon stattfanden, erstmal den Schreibtisch vom Vorgänger aufräumen.

Eine Führungsposition im heutigen Gesundheitsmarkt zu begleiten heißt, den ständigen Herausforderungen gewachsen zu sein. Am besten wir lernen da von den Meistern ...

Viele weitere interessante Artikel finden Sie natürlich wie gewohnt in unserem kostenfreien Newsletter [Anmeldung: hier] sowie täglich aktualisiert auf unserer Homepage: www.medinfoweb.de 

Auf eine neue, spannende Woche. Ihr Team von medinfoweb.de

Quelle: Sophie Kühnhausen - medinfoweb.de
Relevanz0
Render-Time: 0.792747