Die Woche 02 | 2018 - Der Kampf um Fachkräfte geht in die nächste Runde

11. Januar 2019

Scheint, als würde ein neues Jahr auch neue und vor allem konkretere Ideen mit sich bringen. Gerade im Bereich der Pflege werden vage Vorstellungen langfristiger Mitarbeiterbindung und erfolgreicher Mitarbeitergewinnung, lösungsorientiert umgesetzt. Das Ziel: Zufriedene Mitarbeiter, qualitative Pflege und neue Motivation, um erbrachte Leistungsstandards weiterhin halten zu können.

Frankfurt setzt da endlich das richtige Zeichen: In den beiden Rotkreuz-Kliniken arbeiten die Pflegekräfte seit Jahresbeginn nicht mehr 38,5 Stunden, sondern nur noch 35 Stunden – und das bei vollem Lohnausgleich, wie der Geschäftsführer Gunnar Sevecke am Montag bestätigt hat. Sevecke geht davon aus, dass die Rotkreuz-Kliniken wahrscheinlich bundesweit die ersten Krankenhäuser sind, die eine solche Arbeitszeitverkürzung vornehmen. Die Frankfurter Rotkreuz-Kliniken haben wohl verstanden, worum es den Pflegekräften geht. Die Hoffnung der Geschäftsführung ist auch, dass sich dadurch neue Pflegekräfte akquirieren lassen. Die Mitarbeiter sollen wieder gerne zur Arbeit gehen.

Um im Kampf um Pflegekräfte im Vogtland ganz vorn anzustehen hat sich auch Helios über die Feiertage Gedanken gemacht und eröffnet im Vogtland-Klinikum im laufenden Schuljahr eine neue Klasse im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege. Dies soll denjenigen Bewerbern eine erneute Chance bieten, die zu den regulären Bewerbungsphasen nicht genommen wurden. Seitens der Plauener Arbeitsagentur reiche es jedoch nicht neue Stellen zu schaffen, wenn nicht dementsprechend die Arbeitsbedingungen angepasst werden, um den Beruf attraktiver zu gestalten. Denn Insellösungen helfen gerade im Bereich der Pflege nicht.

Zur Diskussion um den Fachkräftemangel in der Pflege erklärt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhaus-gesellschaft (DKG), Georg Baum:

„In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Pflegekräfte in den Kliniken deutlich zugenommen. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der unbesetzten Stellen. Diese Entwicklung macht deutlich, dass die Kliniken bei der Pflege nicht „sparen“ und es objektive Unmöglichkeiten auch bei der Deckung von Spitzenbelastungen gibt. Zur Erfüllung der neuen Mindestbesetzungen im Rahmen der Pflegepersonaluntergrenzen werden die Kliniken zumindest übergangsweise auf die Bereitschaft der Pflegekräfte zu Überstunden angewiesen sein. In dieser Situation plädiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft dafür, den Beschäftigten, die derzeit schon Überstunden leisten, um die Versorgung zu sichern, diese Überstunden der Pflegenden dauerhaft nach französischem Vorbild steuerfrei zu stellen.

Grund zur Freude hat man diesbezüglich in den Hochtaunus-Kliniken, die kürzlich die Auszeichnung als Top-Arbeitgeber erhielten. Eine tolle Auszeichnung, über die sich das gesamte Team der Hochtaunus-Kliniken freut. Dazu Dr. Julia Hefty, Geschäftsführerin der Hochtaunus-Kliniken: „Wir sind stolz darauf, dass wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Hochtaunus-Kliniken so gute Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten anbieten können. Die Auszeichnung ist für uns ein Beleg, dass unser Engagement in der Förderung unseres Personals fruchtet und Anerkennung findet."

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Quelle: Sophie Kühnhausen - medinfoweb.de
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