Die Woche 38 | 2018 – Sicherheitsgaranten

21. September 2018

Innovation und Fortschritt sind im Gesundheitswesen elementare Bestandteile, nicht nur um im internationalen Wettbewerb am Ball bleiben zu können, sondern auch um ein Maximum an Sicherheit und Qualität zu generieren.

Anlässlich des Internationalen Tages der Patientensicherheit mit dem Schwerpunkt „Digitalisierung und Patientensicherheit“ erklärt der Vorsitzende des Innovationsausschusses beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Prof. Josef Hecken:

Digitale Lösungsansätze können zu mehr Patientensicherheit beitragen – die Chancen, die hier liegen, sind unbestritten". Der Innovationsausschuss fördert verschiedene Projekte, die das Funktionieren einer digitalen Anwendung in einem definierten Einsatzbereich modellhaft testen. Es wird quasi erprobt, ob der digitale Lösungsansatz in der Versorgungswirklichkeit umsetzbar ist, vor allem aber auch, ob der erwartete Mehrwert für die Patientinnen und Patienten und Ärztinnen und Ärzte tatsächlich vorhanden ist. Zudem sollten am Ende auch Fragestellungen hinsichtlich eines breiteren Einsatzes beantwortet werden können. Werden die Projekte letztlich erfolgreich evaluiert, bestehen die besten Voraussetzungen, die erprobten digitalen Ansätze in die Regelversorgung zu überführen ...

Denn gerade wer sich für die Arbeit mit Menschen entscheidet, und vor allem für deren gesundheitlichen Werdegang mitverantwortlich ist, setzt sich rechtlichen und ethischen Ansprüchen aus, deren Dimensionen häufig nur zu gut verdrängt werden. Sollten fehlerfreie, digitale Lösungen bei der Patientensicherheit irgendwann einschlagenden Erfolge haben, so sind wir doch heute noch unserer eigenen Menschlichkeit ausgesetzt. Und mit ihr passieren genau die Fehler, die rechtlich und ethisch nicht mehr mit dem Beruf zu vereinbaren sind. Erst im vergangenen Jahr soll eine Mitarbeiterin der Pflege ein Beatmungsgerät eines Patienten versehentlich abgeschaltet haben, woraufhin dieser akut rettungspflichtig wurde. Diese weist die Vorwürfe aber vehement zurück. Nun wurden auch in Göppingen Ermittlungen gegen eine Krankenschwester eingeleitet.  SWP berichtet dazu folgendermaßen: „Zwei Patienten sind in der Göppinger Klinik am Eichert gestorben, nachdem eine Krankenschwester Infusionen verwechselt hat". Nach Presseinformationen wurde ihnen ein Betäubungsmittel statt Kochsalzlösung verabreicht. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 62-jährige Frau, die wegen eines Bandscheibenvorfalls behandelt wurde, sowie um einen 78-jährigen Mann, der auf derselben Normalstation lag. Insgesamt wurden sechs Patienten mit für sie nicht geeigneten Infusionen behandelt, gab die Klinik am Donnerstag bekannt.

Ein Maximum an Sicherheit und Qualität soll es also sein. Doch solang der Mensch für den Menschen zuständig ist, benötigt es Konzepte, die die Patientensicherheit auf ein hohes Maß setzt, so geschehen in Australien und nun auch deutschlandweit in den Asklepios Kliniken ausprobiert. Diese haben als erster großer Klinikbetreiber in Deutschland bundesweit das "Stop-Injekt Check"-Konzept (SIC) eingeführt. Dabei wird jede Medikamentengabe unmittelbar vor der Verabreichung noch ein weiteres, letztes Mal überprüft. Da Fehler bei der Medikamentenverabreichung zu den häufigsten in Krankenhäusern zählen, wurde das bereits in Australien eingesetzte Konzept in allen Kliniken des Konzerns eingeführt. Nach vier Wochen zeigt die erste Evaluation sehr positive Ergebnisse - welche die Erwartungen der Experten sogar übertreffen.

"Ein bewusstes Innehalten unmittelbar vor einer intravenösen Medikamentengabe wird von den Befragten als äußerst sinnvolle Maßnahme anerkannt. 27 Prozent der Befragten gaben an, in ihrem Berufsleben schon einmal mit Fehlmedikationen oder beinahe Fehlmedikationen konfrontiert gewesen zu sein, die mit "Stop-Injekt Check" hätten verhindert werden können", berichtet Reiner Heuzeroth, Projektverantwortlicher für "Stop-Injekt Check" und Risikomanager bei Asklepios im Konzernbereich Qualität.

Sicherheit ist ein hohes Gut.

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Wir wünschen Ihnen eine Woche voller risikofreier Strategie-Optionen. Ihr Team von medinfoweb.de

 

Quelle: Sophie Kühnhausen - medinfoweb.de
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