Die Woche 49 | 2018 – Geriatrie vs. Gewinn

7. Dezember 2018

Der Fakt, dass die Geriatrie ein elementarer Baustein der medizinischen Zukunft darstellt, gehört schon länger nicht mehr unter die Kategorie ´Top-Secret´. Immer mehr Kliniken investieren in geriatrische Abteilungen und setzen auf Forschung in der Altersmedizin auf Grund von sich immer als komplexer erweisenden Fragen der Versorgungsstrukturen älterer, multimorbider Patienten. So müssen flächendeckend sowohl die geriatriespezifischen akutmedizinischen wie auch rehabilitativen Versorgungsbedarfe der betagten beziehungsweise hochbetagten Patienten strukturell aufgegriffen und fachspezifisch erfüllt werden.

Es gibt aber auch Kliniken, denen der geriatrische Versorgungsschwerpunkt nicht rentabel genug erscheint, so auch in der Geriatrie der neuen Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm. Rein wirtschaftlicher Natur soll dort der Grund der Schließung sein. Helios plane gegenwärtig nicht, möglichst bald eine neue Geriatrie-Abteilung oder als Ersatz eine andere Abteilung neu einzurichten. Jedoch werden deshalb keine Patienten abgewiesen. Dazu Helios: „Alle Patienten, egal ob älter oder jünger, werden weiterhin vollumfänglich ihrem jeweiligen Erkrankungsbild entsprechend behandelt und versorgt. Es entfällt lediglich die geriatrisch frührehabilitative Komplexbehandlung, die eine zusätzliche Behandlungsart parallel oder nach Abschluss der eigentlichen Behandlung darstellt. Es werden also keine Patienten abgewiesen, sondern in den verschiedenen Fachabteilungen je nach Hauptindikation behandelt.“ Den demografischen Wandel hat also auch Helios nicht ganz außer Acht gelassen.

Wie wichtig zukunftsweisende Lösungsansätze in Form von Strukturen und Konzepten für die kommenden demografischen Herausforderungen und insbesondere die zentrale Bedeutung bei der Umsetzung des Grundsatzes „Rehabilitation vor und bei Pflege“ sein werden, wird aktuell auch von Experten heiß diskutiert. Auf der 29. Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Geriatrie e.V. (BV Geriatrie) haben die Mitglieder aus den geriatriespezifischen Fachabteilungen, Fachkliniken beziehungsweise Rehabilitationskliniken erstmalig ein einheitliches Konzept zukünftiger Versorgungsstrukturen geriatrischer Patienten in Deutschland verabschiedet. Ziel des bundesweiten Geriatriekonzeptes ist es, eine am Bedarf des Patienten orientierte Versorgungsstruktur zu erreichen, die das gesamte Spektrum der fachspezifischen Versorgung betagter und hochbetagter Patienten sicherstellt.

Auch in Freiburg plant und baut man vorausschauend. Um Patienten auch in einer immer älter werdenden Gesellschaft eine optimale Versorgung anbieten zu können, hat das RKK Klinikum einen Schwerpunkt für Altersmedizin aufgebaut. Die im St. Josefskrankenhaus und Loretto-Krankenhaus hierfür eingerichteten Stationen IDA (Interdisziplinäre Altersmedizin) sind die einzigen Einrichtungen dieser Art im Großraum Freiburg und bündeln die Kompetenzen zur Versorgung geriatrischer Patienten unterschiedlicher Fachrichtungen.

„Wir folgen im RKK Klinikum dem Ansatz, dass wir die Altersmedizin dort anbieten, wo sie gebraucht wird. Im St. Josefskrankenhaus behandeln vor allem die Chirurgen und Internisten viele ältere und multimorbide Patienten. Im Loretto-Krankenhaus sind es die Orthopäden, Urologen und Internisten, die die Möglichkeit haben, denjenigen Patienten, die das besondere Setting der Altersmedizin benötigen, dieses auch zu geben...".

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Quelle: Sophie Kühnhausen - medinfoweb.de
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