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Effektives Einweisermanagement: In welches Krankenhaus weist Sie Ihr behandelnde/r Arzt*In ein?

20. November 2023

Etwa 75% der Patienten vertrauen auf die Empfehlungen ihrer behandelnden Ärzte, wenn es um die Wahl des Krankenhauses geht. Doch wie treffen niedergelassene Ärzt*Innen ihre Entscheidung für eine Klinik, und wie können Kliniken den Patientenstrom lenken und binden?

Einweisermanagement, das maßgeblichen Einfluss auf die Erlösseite eines Krankenhauses hat, ist entscheidend für den Erfolg eines Krankenhauses.

Hier sind einige Schlüsselkonzepte:

  • Zusammenarbeit im Team: Die enge Zusammenarbeit zwischen Chefärzt*Innen, leitenden Oberärzt*Innen, Geschäftsführung, Controlling und Marketing ist von großer Bedeutung. Die Pflege der Beziehung zu Einweisern und die Entwicklung von Strategien sind zentrale Aufgaben.
  • Datenbasierte Entscheidungsfindung: Durch die regelmäßige Auswertung von Kennzahlen, wie der Anzahl der Einweisungen pro Arzt*In pro Jahr, können gezielte Maßnahmen ergriffen werden.
  • Analyse und Kategorisierung der Einweiser mit Hilfe von BinDoc GmbH : Einweisende Ärzte werden nach verschiedenen Kriterien analysiert und kategorisiert, um passende Strategien zu entwickeln. Die Fallzahlhöhe der Einweisungen bestimmt die Taktik. Die Beziehung zu Top-Einweisern, die einen großen Anteil an der Erlösentwicklung eines Krankenhauses haben, muss gepflegt werden, durch exklusive Informationen aus erster Hand. 

Am interessantesten und schwierigsten sind jene Einweiser, die in der Vergangenheit mehr Patienten überwiesen haben und jetzt nachlassen. Hier kann man der Frage auf den Grund gehen: Warum nehmen die Fallzahlen ab? Sind die Einweiser unzufrieden, kooperieren sie mit einem anderen Krankenhaus?

  • Optimierung der Prozesse: Die Verbesserung krankenhausinterner Prozesse, die für Einweiser relevant sind, kann die Zusammenarbeit erleichtern und die Zufriedenheit steigern. Dies umfasst die schnellere Erstellung und Versendung von Arztbriefen sowie eine effizientere Abstimmung der Einweisung, feste Ansprechpartner
  • Direkte Einweiserpflege: Persönliche Gespräche und bessere Kommunikation zwischen Krankenhausärzten und Einweisern können die Zusammenarbeit stärken. Auch der eigene Werdegang spielt eine Rolle – Einweiser schicken Patienten in ‚ihre Klinik’, in der sie in der Vergangenheit schon einmal gearbeitet haben und gute Erfahrungen mit den dortigen Behandlungsmethoden haben. Regelmäßige Treffen mit den Kollegen im Krankenhaus, bei denen neue Behandlungsmethoden vorgestellt werden, oder die Patient journey, sind geeignet, um die Bindung durch persönlichen Kontakt zu stärken.
  • Einweisermarketing: Strategisches Marketing spielt eine Rolle bei der Gestaltung des Images und Selbstbilds der Klinik sowie zur Aufrechterhaltung eines kontinuierlichen, systematischen Informationsaustausches. Themen, die einweisende Ärzte interessieren, sind:
  1. Fortführung der hausärztlichen Medikation im Krankenhaus
  2. Erfahrungen mit neuen Behandlungsmethoden (z.B. DaVinci roboterassistiertes Operieren)
  3. E-Rezept, eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung), E-Patientenakte. digitaler Medikationsplan nach dem Klinikaufenthalt, elektronischer Entlassbrief
  4. Personelle Neuigkeiten - Wer hat (Oberarzt*in, lt. OA, Chefarzt*in) beim Klinikum neu angefangen? Fachgebiete und Telefonnummern? Wer hat aufgehört
  5. Bauliche Neuigkeiten – Wie ist der Stand der Integrierten Notaufnahme
  6. Neue Behandlungsmethoden
  7. MFA-Ausbildung im Klinikum
  8. Neues von der Berufsschule

Manchmal reicht es auch einfach auf einen Kaffee vorbeizukommen, denn die Top-Einweiser, die dem Krankenhaus die meisten Fallzahlen bringen, liegen meist in unmittelbarer Nähe, zum Beispiel im gegenüberliegendem Ärztehaus.

Durch ein gut durchdachtes Einweisermanagement kann die sektorenübergreifende Zusammenarbeit verbessert, die Fallzahlen stabilisiert und vor allem die Zufriedenheit der Patienten gesteigert werden. Gemeinsam können wir die Gesundheitsversorgung optimieren.

Quelle: Franka Struve-Waasner
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