Erfolgreicher Abschluss ESF-Projekt: Kliniken in Heide und Itzehoe stärken ihre Beschäftigten

9. September 2019

Die Westküstenkliniken und das Klinikum Itzehoe haben mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds in den vergangenen drei Jahren verschiedene Aktivitäten zur Förderung ihrer Beschäftigten finanziert. Jetzt läuft das Projekt aus und erste Erfolge sind bereits sichtbar.   

Dr. Martin Blümke und Bernhard Ziegler sind sich einig. Wer angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels Experten gewinnen und halten will, der muss in die Stärkung seiner Beschäftigten investieren, sowohl was die Gesundheit, die Kommunikationsfähigkeit als auch die Widerstandsfähigkeit gegen Stress angeht.

„Früher stand besonders die fachliche Fortbildung im Mittelpunkt unserer Weiterbildungskonzepte. Aber wer als Unternehmen und vor allem als Krankenhaus heute erfolgreich sein will, der muss seinen Beschäftigten auch Angebote im Bereich Gesundheit und persönlicher Weiterentwicklung machen“, sind die Geschäftsführer der Westküstenkliniken und des Klinikums Itzehoe überzeugt.

Vor drei Jahren haben die beiden Krankenhausunternehmen in Dithmarschen und Steinburg daher gemeinsam das ESF-Projekt „Zukunft durch Bildung – Heute für Morgen“ gestartet. Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) boten die Kliniken ihren Mitarbeitern 52 Lehrgänge in den Themenfeldern „Führung und Gesundheit“, „Kommunikation und Konflikt“, „Gesunde Arbeitsbedingungen“, „Berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit“ sowie „Resilienz“ an. Finanziert wurde das 1,6 Millionen Euro teure Projekt zur Hälfte von der Europäischen Union. Die anderen 0,8 Millionen Euro steuerten die Kliniken bei. 

Jetzt läuft das Projekt aus. Und die Verantwortlichen ziehen eine positive Bilanz. Auf der Abschlussveranstaltung in der Bildungsakademie im Klinikum Itzehoe am vergangenen Freitag zählte Projektleiterin Dr. Anneli Röhr auf, dass fast 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Kliniken an den Seminaren und Lehrgängen teilgenommen hatten und damit mehr als 90 Prozent aller Plätze belegt waren. Am Ende standen 23.724 Teilnehmerstunden. Fast 1300 mehr als gefordert. Auch das berufsgruppenübergreifende Hospitationsprogramm unter dem Motto „Kollegen zu Gast“ stieß auf hohe Resonanz. Darüber hinaus bildeten die Kliniken Multiplikatoren für Gesundheit aus, die auch nach Abschluss des Projektes in den drei Krankenhäusern Brunsbüttel, Heide und Itzehoe sowie dem Seniorenzentrum Olendeel ihre Kolleginnen und Kollegen in Fragen der Resilienz, Ergonomie, Suchtprävention oder Kommunikation anleiten und beraten.

Die Projektphase wurde von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg wissenschaftlich begleitet. Das Wissenschaftler-Team unter Leitung von Prof. Dr. Constanze Sörensen maß im Vorher-nachher-Vergleich auch schon erste Erfolge. So stieg die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit gegen Stress, bei den Mitarbeitern, die an einem entsprechenden Seminar teilgenommen hatten, messbar an. Und wichtiger noch: Die bessere Widerstandskraft war auch nach einem halben Jahr im Berufsalltag noch nachweisbar.

Ansonsten erhoffen sich Dr. Martin Blümke und  Bernhard Ziegler auch langfristige Effekte aus dem ESF-Projekt – beispielsweise durch eine bessere Kommunikation zwischen den Generationen und Berufsgruppen. Außerdem sehen sie durch das Projekt auch die Attraktivität der Kliniken als Arbeitgeber deutlich gestärkt - gerade beim Kampf um Pflegekräfte ein wichtiger Faktor. Denn die beiden Kliniken wollen auch nach dem Auslaufen des Projektes die Themen über die Multiplikatoren weiter in ihre Häuser tragen.

„Das Projekt endet, aber die Strukturen sind geschaffen, um die  Themen aus dem Projekt weiter in die Belegschaften unserer Kliniken zu tragen“, betonen die beiden Geschäftsführer Dr. Martin Blümke und Bernhard Ziegler.

Hintergrund

Der Europäische Sozialfonds ist nach Angaben der Bundesregierung das wichtigste Instrument der Europäischen Union zur Sicherung von Beschäftigung in Europa. Mit Mitteln aus den Fonds werden verschiedene Maßnahmen zur Qualifizierung von Arbeitnehmern finanziert. Daher sind die Träger von ESF-Projekten meist Bildungseinrichtungen. „Dass zwei Krankenhausunternehmen eigenständig ein ESF-Projekt tragen, ist im Bundesvergleich eher ungewöhnlich, hat aber in den 6k-Häusern schon Tradition“, erklärt die Projekleiterin an den Westküstenkliniken und dem Klinikum Itzehoe, Dr. Anneli Röhr.

Die Projektleiterin zieht eine positive Bilanz. „Alle unsere Seminare waren fast ausgebucht und erste Erfolge beispielsweise im Bezug auf die Resilienz sind messbar“, freut sich die Gesundheitswissenschaftlerin. 

Insgesamt haben die beiden Kliniken für den Projektzeitraum Oktober 2016 bis September 2019 rund 800.000 Euro von der EU erhalten, um die Seminare und Fortbildungsveranstaltungen sowie übergeordnete Projektkosten zu finanzieren. Weitere 800.000 Euro zahlten die Kliniken selber. Wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wurde das Projekt von der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg.

Quelle: Pressemeldung – Klinikum Itzehoe
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