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Ergebnisse der Frühjahrsumfrage 2010: "MDK-Prüfung in deutschen Krankenhäusern"

28. März 2011

Ergebnisse der Frühjahrsumfrage 2010  
„MDK-Prüfung in deutschen Krankenhäusern - Bestandsaufnahme 2009 & Trend 2010"

An der vierten bundesweiten Umfrage zum Thema „MDK-Prüfung in deutschen Krankenhäusern“ haben sich 165 Kliniken aus 16 Bundesländern beteiligt. Das waren erneut 29 Kliniken mehr (21 %) als bei der Frühjahrsumfrage 2009.

Die teilnehmenden Kliniken repräsentieren rund 63.000 Betten (+11 %) und 2,5 Millionen stationäre Patienten (+14 %).

Die mittlere Prüfquote für MDK-Prüfungen nach § 275 SBG V im Jahr 2009 beträgt 10,4 % und liegt damit -0,7 % unter der Vorjahresumfrage. 78 % der Kliniken bewegen sich in einem Prüfkorridor von 8 bis 15 Prozent. Drei der beteiligten Krankenhäuser hatten sich im Jahr 2009 einer 17c Prüfung unterziehen müssen. 65,6 % der MDK-Einzelfallprüfungen waren wie im Vorjahr zum Umfragezeitpunkt bereits abgeschlossen und 34,4 % weiterhin in Bearbeitung. Lediglich 0,6 % der MDK-Prüfungen wurden an das Sozialgericht übergeben.

Von den bereits abgeschlossenen MDK-Prüfungen der teilnehmenden Kliniken wurden im Mittel 43,1 % zugunsten der Kostenträger entschieden. Das entspricht einer Steigerung um 2,1% gegenüber dem Vorjahr. Die Krankenhäuser verlieren dabei im Mittel 0,178 BWR (+0,014 BWR gegenüber dem Jahr 2008) oder 466,59 € (bezogen auf den InEK-Basisfallpreis für den Fallpauschalenkatalog 2009 in Höhe von 2.621,30€).

Der mit deutlichem Abstand häufigste Prüfgrund bleibt, wie bereits in den Vorjahresumfragen, die Verweildauer, gefolgt von der stationären Behandlungsnotwendigkeit sowie Haupt- und Nebendiagnosenkodierung!

40,2 % der Kliniken geben als häufigsten Prüfgrund die sekundäre Fehlbelegungsprüfung in Bezug auf die untere Verweildauer und 26,3% der Krankenhäuser in Bezug auf die obere Verweildauer an. Die primäre Fehlbelegungsprüfung ist bei 15,3 % der Kliniken vorrangiger Prüfgrund. Damit konstatieren 82 % der Kliniken, dass die MDK-Prüfungen nach § 275 SBG V im Jahr 2009 in erster Linie einer Kürzung bereits erbrachter stationärer Leistungsinhalte dient. Erst dann folgen mit gehörigem Abstand die korrekte Kodierung von Haupt- (18,7 %) und Nebendiagnosen (16,9 %).

Die primäre und sekundäre Kodierung erfolgt je zur Hälfte durch Ärzte und Kodierfachkräfte. Dagegen die tertiäre Kontrolle zu 62 % durch Kodierfachkräfte und nur zu 38 % durch Ärzte erfolgt.

Die Einzelfallprüfungen finden unverändert lediglich zu 36 % als Inhouse-Prüfung statt. 64 % der Prüfungen erfolgen im schriftlichen Widerspruchsverfahren.

Hinsichtlich der Prüfquoten der einzelnen Kostenträger ergibt sich eine Spannweite von 7,2% für die Privaten Krankenkassen bis 20,8% für die AOK. Im oberen Mittelfeld finden sich die Barmer Ersatzkasse (12,8%), sowie die Innungskrankenkassen und die Knappschaft mit je 10,2%.

  • Ergebnisse 2010 im Überblick: hier
  • Vortrag MDK-Forum der DGfM am 22.10.2010 in München: hier
  • Vorjahresergebnissen (2007 [Link: hier], 2008 [Link: hier] und 2009 [Link: hier])


Michael Thieme  & Joris Schikowski

Quelle: medinfoweb.de
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