IQM

IQM-Kliniken sind Vorreiter bei aktiven Qualitätsverbesserungen

30. Juni 2011

IQM-Kliniken sind Vorreiter bei aktiven Qualitätsverbesserungen

  • Initiative lebt eine offene Fehlerkultur vor - für mehr Qualität in der Medizin
  • Ergebnistransparenz und kollegiale ärztliche Unterstützung als Hilfe zur Selbsthilfe
Berlin, 9. Mai 2011. Bundesweit veröffentlichen mehr als 110 IQM-Kliniken heute ihre Qualitätsergebnisse (www.initiative-qualitaetsmedizin.de). Sie gehen damit weit über das gesetzliche Maß an Transparenz hinaus. Qualitätsmessung und Ergebnistransparenz führen bei IQM zur Verbesserung der medizinischen Behandlungsabläufe, weil sich medizinische Fachexperten im Peer Review Verfahren auf Augenhöhe kollegial unterstützen und dabei voneinander lernen.    

Die 2010er Ergebnisse wurden erstmalig mit dem erweiterten IQM-Indikatorensatz Version 2.0 ausgewertet. Dazu wurden Routinedaten der Kliniken von 2,16 Millionen Patienten berücksichtigt. Der neue IQM-Indikatorensatz umfasst 183 Qualitätskennzahlen für 48 Krankheitsbilder und Verfahren und ist der umfassendste zur Messung der medizinischen Ergebnisqualität. Er wird deshalb derzeit in der Schweiz und in Österreich adaptiert und zum landesweiten Standard erhoben. Der Vergleich der eigenen Behandlungsergebnisse mit den IQM-Zielwerten macht das Verbesserungspotenzial in den Kliniken sichtbar. Ob es gelingt, Behandlungsabläufe wirksam und nachhaltig zu verbessern, kann eine Klinik anhand dieser Ergebnisse konkret überprüfen.
 
„Mit den aktuellen Ergebnissen können die IQM-Kliniken für viele Krankheitsbilder zeigen, wo sie besser als der Bundesdurchschnitt sind. Wichtiger ist aber eigentlich, dass die Kliniken auch erkennen können, bei welchen Krankheitsbildern sie sich verbessern müssen“, sagte Dr. Francesco De Meo, Präsident des IQM-Vorstandes, bei der heutigen Pressekonferenz. Am Beispiel der Herzinsuffiziens wird die Stärke von IQM im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich. Seit 2007 ist die Krankenhaussterblichkeit der zuletzt 38.285 in IQM-Kliniken behandelten Patienten mit Herzschwäche von 9,7% auf 7,7% im Jahr 2010 gesunken, während im Bundesdurchschnitt nach wie vor 9,4% zu erwarten wären. „Durch das Peer Review Verfahren haben wir, mit Unterstützung der Bundesärztekammer, einen Prozess kontinuierlicher Verbesserung in den IQM-Kliniken etabliert. Das hilft uns, die Qualität insgesamt zu verbessern und noch mehr Patienten zu retten“, so De Meo.

Im Jahr 2010 wurden erstmals IQM-Reviews in 21 Kliniken durchgeführt, darunter spezifisch kardiologische Reviews bei Herzinsuffiziens. Dieses Jahr sind insgesamt weitere 44 Reviews geplant. Dafür sind bereits 132 Chefärzte trägerübergreifend als IQM-Peers fortgebildet. Sie untersuchen vor Ort den gesamten Behandlungsablauf auf mögliche Optimierungspotenziale. Mit dem verantwortlichen Chefarzt der Abteilung diskutieren sie anschließend kollegial die dabei identifizierten Schwachstellen und definieren zielgenau Maßnahmen, die zu sinkenden Komplikationsraten und zu mehr Patientensicherheit führen. Nach Evaluation der IQM-Reviews hat die Bundesärztekammer in diesem Jahr das Curriculum „Ärztliches Peer Review“ zur Verbreitung dieses Verfahrens eingeführt. Neue IQM-Peers werden seit April 2011 in Kooperation mit der Ärztekammer Berlin auf ihre Einsätze vorbereitet.

Auch die internationale Akzeptanz des IQM-Verfahrens hat weiter zugenommen. Österreichs Bundesgesundheitskommission hat in diesem Jahr für alle Krankenhäuser die einheitliche Ergebnisqualitätsmessung mit den auch von IQM genutzten Indikatoren aus Routinedaten und die Durchführung von Peer Reviews beschlossen. Die Niederösterreichische Landeskliniken-Holding gab heute die Teilnahme ihrer 27 Kliniken an IQM bekannt.

Link zur IQM:

Quelle: IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
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