VIVANTES

KI weist auf Risiken für Delir, Sepsis und akutes Nierenversagen hin

28. März 2024

Drei neue KI-Risikowarnsysteme unterstützen Ärzt*innen bei Vivantes

Vivantes führt KI-gestützte Risikowarnungen für drei häufige Krankheitsbilder im Krankenhaus ein. Sie sagen aufgrund von Analysen der Patient*innendaten das individuelle Gefährdungspotenzial für Delir (akute Verwirrtheit), Sepsis (Blutvergiftung) und akutes Nierenversagen voraus. Die Systeme unterstützen mit ihren Prognosen medizinische und pflegerische Entscheidungen. Die Entscheidungen selbst treffen aber nach wie vor Ärzt*innen und Pflegepersonal.

Pilotprojekte: KI kann Muster erkennen

Dr. Johannes Danckert, Vorsitzender der Vivantes Geschäftsführung: „Delir, Sepsis und akutes Nierenversagen sind weit verbreitete Krankheitsbilder. Hier ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig und kann Leben retten – und dabei hilft uns bei Vivantes künftig Künstliche Intelligenz. In unseren Pilotprojekten hat sich gezeigt, dass die KI-Anwendungen typische Muster bei diesen Erkrankungen tatsächlich zeitnah erkennen und vor Risiken für jede einzelne Patientin oder jeden einzelnen Patienten warnen können.“

In vielen Fachkliniken schon eingeführt: Unterstützung für medizinisches Personal 

Die drei KI-Anwendungen sind zertifizierte Medizinprodukte und sind nach positiven Erfahrungen aus den Pilotprojekten auf den Normalstationen unternehmensweit bereits in vielen Fachkliniken von Vivantes eingeführt worden. Die Software läuft dabei im Hintergrund als eine Art Sicherheitssystem und weist auf relevante Befunde frühzeitig hin. Es handelt sich bei allen drei Anwendungsfällen um eine Unterstützung für das medizinische Personal. Das System selbst trifft keine autarken Entscheidungen. 

So erkennt die KI ein Delir-Risiko

Delir ist die häufigste post-operative Komplikation bei älteren Patient*innen und kann gesundheitlich schwere Folgen haben: Etwa 33 Prozent der internistischen Patient*innen in Deutschland entwickeln im Krankenhaus einen akuten Verwirrtheitszustand. Das KI-gestützte Risikowarnsystem erkennt komplexe Zusammenhänge in den Daten und unterstützt das medizinische Personal dabei, eine mögliche Gefährdung rechtzeitig zu erkennen. 

Dafür wertet das System beispielsweise Vitalwerte der Patient*innen vor einer Operation aus und berücksichtigt auch die dokumentierte Aufnahmeuntersuchung, die Laborwerte, Arztbriefe und die Medikation. Nach der OP bewertet die KI die Kombination der gemessenen Werte, berücksichtigt bekannte Diagnosen, das Alter sowie den post-operativen Status der Patient*innen. Falls dann ein individuelles Risiko erkannt wird, schlägt das System Alarm. Dieser Alarm wird im Krankenhausinformationssystem angezeigt, mit dem in den Klinken die Patientenbehandlung koordiniert und dokumentiert wird.

Wie KI vor Sepsis frühzeitig warnen kann

Bei einer Sepsis, auch Blutvergiftung genannt, zählt jede Stunde: Werden Patient*innen in der ersten Stunde der Erkrankung behandelt, überleben 90 Prozent, nach fünf Stunden sind es nur noch 60 Prozent. Bei Sepsis funktioniert die KI-Risikowarnung ähnlich wie beim Delir: Dafür werden alle vorliegenden und relevanten medizinischen Daten einbezogen. So kann das System automatisiert und fortlaufend Muster für ein Risiko einer Blutvergiftung erkennen, etwa, wenn Infektparameter im Labor ansteigen oder die Körpertemperatur.

Mustererkennung: Droht ein akutes Nierenversagen? 

Wenn innerhalb von 48 Stunden die Nieren gar nicht mehr oder nur eingeschränkt funktionieren, spricht man von akutem Nierenversagen (AKI). Bleibt dies unerkannt und unbehandelt, können die Nieren später permanent geschädigt bleiben. Erstes Anzeichen für ein Nierenversagen kann zum Beispiel ein plötzlich steigender Kreatininwert im Blut sein. Es gibt aber noch viele weitere Parameter. Die zahlreichen Daten wertet die KI laufend im Hintergrund aus und ist darauf trainiert, Muster zu erkennen und einen Alarm anzuzeigen, wenn sie ein Risiko bei einer Patientin oder einem Patienten entdeckt hat.  

Quelle: vivantes.de
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