Knie-TEP: Große Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken

27. Oktober 2023

Bei Operationen zum Kniegelenkersatz wegen Gelenkverschleiß gibt es große Unterschiede bei der Häufigkeit von Komplikationen wie Revisionsoperationen und weiteren Komplikationen, die nach dem Eingriff auftreten können. Die Veröffentlichung aktueller Ergebnisse aus dem Verfahren zur Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR) des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt im Viertel der Kliniken mit den besten Ergebnissen weniger als halb so hohe Komplikationsraten wie im Viertel der Kliniken, die in der Auswertung am schlechtesten abschneiden. Die Ergebnisse der einzelnen Kliniken sind im Gesundheitsnavigator der AOK abrufbar.

Die aktuelle Auswertung des WIdO zeigt, dass die Gesamt-Komplikationsrate bei Kniegelenkersatz wegen Gelenkverschleiß im Viertel der Kliniken mit den besten Behandlungsergebnissen bei maximal 2,6 Prozent lag, während es im Viertel der Kliniken mit den schlechtesten Qualitätsergebnissen mindestens 6,1 Prozent waren. Der Durchschnittswert für alle Fälle lag bei 4,1 Prozent. Die Ergebnisse der Analyse basieren auf rund 137.000 Kniegelenkersatz-Operationen von AOK-Versicherten in den Jahren 2019 bis 2021, die bis zu einem Jahr nachbeobachtet wurden. Sie sind ab heute für jede einzelne Klinik im Gesundheitsnavigator der AOK abrufbar. Hier bietet die AOK auch aktuelle Ergebnisse für insgesamt 13 Behandlungsanlässe an, die im QSR-Verfahren ausgewertet werden. Um einen fairen Klinikvergleich zu gewährleisten, werden dabei im Rahmen der Risikoadjustierung auch unterschiedliche Patienteneigenschaften wie Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen berücksichtigt.

Revisions-Operationen in knapp 3 Prozent aller Fälle notwendig
Besonders deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Auswertung zu den Revisionsoperationen innerhalb eines Jahres, die durchschnittlich in 2,9 Prozent aller Fälle vorkamen: Während im Viertel der Kliniken mit den besten Ergebnissen die künstlichen Kniegelenke in höchstens 1,7 Prozent der Fälle erneut operiert werden mussten, waren im Viertel mit den schlechtesten Ergebnissen mindestens 4,3 Prozent der Patientinnen und Patienten von diesen ungeplanten Folge-OPs betroffen. Von chirurgischen Komplikationen im Nachgang zur eigentlichen OP wie Infektionen, Verletzungen der Blutgefäße, Aufreißen der Operationswunde oder Lockerung des künstlichen Gelenks waren in den „Top-Kliniken“ maximal 1,1 Prozent der operierten AOK-Versicherten betroffen, während es im Viertel der schlechtesten Kliniken mindestens 3,5 Prozent waren. Der Durchschnittswert lag hier bei 2,3 Prozent. Auch bei den Sterbefällen im Zusammenhang mit der OP, die insgesamt sehr selten vorkommen, waren Unterschiede zu verzeichnen.  

QSR-Informationen zu insgesamt 13 Operationen und Behandlungen
Informationen zur Behandlungsqualität aus dem QSR-Verfahren gibt es nicht nur für die Implantationen künstlicher Kniegelenke, sondern auch für Knieprothesenwechsel sowie für elf weitere Behandlungen. Dies sind die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks bei Arthrose, Operation nach hüftgelenksnahem Oberschenkelbruch, Hüftprothesenwechsel, Gallenblasenentfernung bei Gallensteinen, Blinddarmentfernung, Mandeloperation, Leistenbruch-OP, Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung und zur Prostataentfernung bei Prostatakrebs, therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt sowie kathetergestützte Aortenklappen-Implantation (TAVI). Auch zu diesen häufig planbaren Behandlungen sind jetzt aktuelle und laienverständlich aufbereitete Auswertungsergebnisse im AOK-Gesundheitsnavigator abrufbar. Sie werden angezeigt, wenn Nutzerinnen und Nutzer im Navigator nach Informationen zu einer dieser Behandlungen suchen. Die auf bestimmte Eingriffe und Operationen bezogene Qualitätstransparenz des QSR-Verfahrens kann auch Vorbild für entsprechende Informationen im geplanten „Transparenzverzeichnis“ sein, das nächstes Jahr mit dem

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)
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