Können Krankenhäuser bei der Ambulantisierung der Medizin mitreden?

8. April 2021

16. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS hinterfragt Perspektiven der Kliniken

„Die begrüßenswerte Ambulantisierung der Medizin wird in der Öffentlichkeit häufig nicht positiv, sondern im Gegenteil, wegen der Folgen für die stationären Angebote als Verschlechterung in der Region wahrgenommen“, stellt der Gesundheitsunternehmer und Präsident des GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESSES fest. Ja, diese Entwicklung werde landauf-landab als Reduktionsmodell diskutiert und nachdrücklich als „Krankenhaussterben“ bekämpft. Ganz offenkundig laufe hier in der Diskussion etwas völlig schief. Es werde deshalb höchste Zeit, die Ambulantisierung als das zu vermitteln, was sie sei, ein gewaltiger Fortschritt, auch gerade im Interesse der Patienten.

Die Entwicklung der Medizin sei, so Lohmann, sehr dynamisch und mache gewaltige Fortschritte. So könnten immer häufiger schwerstkranke Patienten ambulant behandelt werden. Die Menschen wollten das auch und nähmen diese Leistungen zunehmend in Anspruch. Gefördert werde diese Ausrichtung zudem durch die Politik, nicht zuletzt auch durch die fest verabredete, längst überfällige Harmonisierung der ambulanten und stationären Vergütung. Vor diesem Hintergrund sei es nicht verwunderlich, dass mehr und mehr moderne Gesundheitszentren entstünden, die diesen sich verstärkenden Trend bedienten. Die überkommenen Krankenhäuser spürten die Veränderungen auch, da die Patientenzahlen, schon bisher insbesondere in bestimmten medizinischen Fächern, zum Teil erheblich rückläufig seien. Folgerichtig engagierten sich aktive Klinikbetreiber seit geraumer Zeit bei der Gründung von Medizinischen Versorgungszentren und mischten im ambulanten Markt zunehmend mit.

„Krankenhausbetreiber, die aktiv die Ambulantisierung mitgestalten, haben in der Öffentlichkeit mehr Akzeptanz, wenn sie dabei am Begriff ‚Klinik‘ festhalten, weil er Fachkompetenz vermittelt“, betont Prof. Lohmann. In solcher Art innovativen Institutionen behandelten Ärzte ihre Patienten auch ohne Betten exzellent. Es gehe also nicht darum, „leider das alte Krankenhaus schließen zu müssen“, sondern die Botschaft müsse lauten: „Wir bringen die moderne Medizin überall hin!“
„Ambulanter Medizin gehört die Zukunft: Können Krankenhäuser mitmischen?“ lautet der Titel der Session, bei der auf dem 16. GESUNDHEITSWIRTSCHAFTSKONGRESS am 21. und 22. September dieses bedeutende Zukunftsthema diskutiert wird. Auch in diesem Jahr werden wiederum zur wichtigsten Managementtagung der Branche rund 800 Teilnehmer erwartet. Geplant ist, zentrale Fragestellungen in Präsenz-Veranstaltungen in Hamburg zu beraten. Ergänzt werden soll das Programm durch virtuelle Formate.
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Quelle: gesundheitswirtschaftskongress.de
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