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Kommunale Trägerschaft vs. Privatisierung: Der schwierige Weg zur Klinikrettung in BW

28. Mai 2024

Die Kliniken in Baden-Württemberg stehen vor dem finanziellen Kollaps, die Landkreise suchen verzweifelt nach Lösungen.

Immer mehr Krankenhäuser in Baden-Württemberg geraten in finanzielle Schieflage. Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft rechnet bis 2024 mit einem Defizit von mindestens 900 Millionen Euro, verursacht durch steigende Personal-, Betriebs- und Inflationskosten. Die Folge sind Insolvenzen, wie zuletzt bei der Rotkreuzklinik Wertheim. Die Landkreise sind für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung zuständig und verfolgen dabei unterschiedliche Strategien. Während der Landkreis Biberach seine Kliniken privatisiert hat, bleiben andere wie Konstanz und Ravensburg in kommunaler Trägerschaft. Der Ravensburger Landrat Harald Sievers betont die emotionale und fachliche Komplexität der Krankenhauspolitik und verteidigt die kommunale Trägerschaft als Pflichtaufgabe der Kommunen. Trotz finanzieller Schieflage und erheblicher Verluste - die Oberschwabenklinik machte im vergangenen Jahr über 30 Millionen Euro Verlust - werden in Konstanz und Ravensburg jährlich Millionenbeträge zugeschossen, um die Kliniken am Laufen zu halten. Für Landrat Zeno Danner aus Konstanz ist klar, dass der Gesundheitsverbund in kommunaler Hand bleiben muss, denn er sieht die medizinische Versorgung als Kernaufgabe des Landkreises. Auch bei den Mitarbeitern erfreuen sich kommunale Krankenhäuser größerer Beliebtheit, wie der Geschäftsführer des Gesundheitsverbundes Konstanz, Bernd Sieber, erklärt. Inmitten dieser Herausforderungen sehen die Klinikmitarbeiter die kommunale Trägerschaft als stabilisierenden Anker in turbulenten Zeiten.

Quelle: swr.de
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