Moderne Pflege heißt: nichts geht ohne Spezialisten

6. September 2019

Die Möglichkeiten der Medizin wachsen immer weiter ­‒ und auch die Pflege entwickelt sich. Neben der Berufsausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegekraft gibt es zahlreiche weitere Qualifikationen für besondere Einsatzgebiete  

 

Eine Krebserkrankung ist in vielen Fällen ein jahrelanger Prozess. Therapie folgt auf Therapie, auch Operationen sind manchmal notwendig und selbst wenn der ursprüngliche Krankheitsherd besiegt scheint ­‒ die Chance auf eine Wiederkehr ist da. Im zertifizierten Brustkrebszentrum des KRH Klinikums Siloah gibt es eine Pflegefachkraft, die die Betroffenen über die meist vielen Jahre hinweg begleitet: Inka Marie Rack ist eine sogenannte Breast Care Nurse, speziell ausgebildet für die Versorgung und Betreuung von Brustkrebspatientinnen und -patienten. Schon im ersten Diagnosegespräch ist sie dabei und begleitet ab hier die Patienten während ihrer akuten Krankheitsphase und darüber hinaus. Sie gibt Hilfestellungen und Hintergrundwissen, informiert über die kommenden Schritte und vermittelt Kontakte zu weiteren Hilfsangeboten wie Selbsthilfegruppen und Informationsveranstaltungen. „Menschen mit Krebserkrankungen brauchen mehr als körperliche Pflege. Sie brauchen vor allem auch Rat und Orientierung“, beschreibt Rack ihre Aufgabe. „Gerade das erste Aufklärungsgespräch ist in der Regel ein Schock, daher spreche ich danach immer wieder mit den Patientinnen und Patienten, um ihren Informationsstand behutsam und angepasst an ihre emotionale Situation aufbauen zu können.“ Inka Marie Rack ist nur ein Beispiel für spezialisierte Pflegekräfte, es gibt wesentlich mehr: Onkologische Fachpflege, Intensiv- und Anästhesiepflege, Endoskopische und OP-Pflege ­‒ und dies sind nur einige Beispiele.

Besondere Konzepte für besondere Bedürfnisse

Auch ältere Patientinnen und Patienten haben besondere Bedürfnisse: Sinneswahrnehmungen und Motorik sind oft eingeschränkt und auch kognitive Prozesse fällen manchen schwer. Speziell für diese Patienten bildet das KRH eigene Fachkräfte für geriatrische und rehabilitative Pflege aus. Die Pflegekräfte erlernen hierbei spezielle Konzepte, um ältere Menschen bestmöglich versorgen zu können. So lernen sie beispielsweise Methoden, mit deren Hilfe sie Patienten, die schon länger bettlägerig sind, sich zurückgezogen haben und nur noch wenig sprechen, über verschiedene Techniken wieder anzuregen und zu reaktivieren, so dass sie wieder zur Sprache zurückfinden können. „Die Fachpflegekräfte haben eine Vielzahl von Konzepten für spezifische Bedarfslagen der Patienten und dies hat einen nachhaltigen positiven Einfluss auf die gesamte Pflegequalität“, unterstreicht Mathias Wolf, Leiter der Fachweiterbildung in der KRH Akademie. Rund 100 Pflegekräfte werden hier in verschiedenen Kursen weitergebildet.

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