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Nächster Meilenstein erreicht: Projekt der vollautomatisierten Kodierung kommt am Carl-Thiem-Klinikum voran

22. November 2023

Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus und die Tiplu GmbH kommen dem gemeinsamen Ziel einer vollständig automatisierten Primärkodierung immer näher: Nun können erste Fälle vollautomatisiert kodiert werden – etwa im Bereich der Endoprothetik.

In der Entwicklungspartnerschaft zwischen dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK) und der Tiplu GmbH geht es mit großen Schritten vorwärts: Erste stationäre Fälle können nun – nach Entlassung und bei vollständiger Dokumentation – vollautomatisiert kodiert werden. Vor der Übermittlung an die Krankenkassen werden die Kodes aktuell noch durch eine Kodierfachkraft überprüft und freigegeben, jedoch nicht mehr primär kodiert. Bereits möglich ist dies beispielsweise im Bereich der Endoprothetik.

Neue Features ermöglichen erstmalig vollautomatisierte Kodierung

Ermöglicht wird dies vor allem durch neue Funktionen, die in der intelligenten Kodiersoftware MOMO zur Verfügung stehen: „Zuletzt haben wir uns gemeinsam mit dem CTK verstärkt mit der Frage beschäftigt, welche Features noch fehlen, um erste Fälle tatsächlich vollautomatisiert kodieren zu können. In der Folge konnten wir spezifische Funktionen identifizieren, die nun entwickelt und in MOMO implementiert werden konnten. Insbesondere sind nun beispielsweise die Abbildung und bidirektionale Übertragung der Seitenlokalisationen für ICD-Kodes sowie die automatisierte Verknüpfung von Primär- und Sekundärkodes in MOMO möglich.“, erklärt Dr. Lukas Aschenberg, Geschäftsführer der Tiplu GmbH.

Effizienz und Entlastung im Medizincontrolling

Unter anderem durch den Einsatz von Machine Learning konnte zuvor bereits die automatisierte Detektion von OPS-Kodes deutlich verbessert werden. Die mit den neuen Funktionen einhergehende Möglichkeit der vollautomatisierten Kodierung erster, häufig wiederkehrender und abrechnungstechnisch wenig komplexer Fälle stellt für das Projekt einen Meilenstein dar. Sebastian Scholl, Geschäftsführer CTK: „Die Arbeit unserer Fachkräfte können wir dadurch deutlich effizienter gestalten: Unseren Primärkodierern bleibt Zeit, um sich den komplexeren Abrechnungsfällen zu widmen. Wenn wir perspektivisch auch diese Fälle automatisiert abrechnen können, ließe sich die dokumentations- und abrechnungsspezifische Expertise der Fachkräfte wiederum verstärkt in der fallbegleitenden Dokumentationsarbeit einsetzen.“ Durch die stetige Weiterentwicklung der Technik sowie der Einbindung größerer Datenmengen soll die automatisierte Kodierung zukünftig auch für komplexere Fälle möglich sein.

Über die Entwicklungspartnerschaft „automatisierte Kodierung“

Das Hamburger Unternehmen Tiplu entwickelt in seiner KI-gestützten Kodiersoftware MOMO derzeit eine Funktion, die eine vollautomatisierte Primärkodierung ermöglichen soll. Krankenhäuser sollen darin unterstützt werden, die Erfassung und Abrechnung ihrer Leistungen sachgerecht darzustellen, ihre Fachkräfte gleichzeitig zu entlasten und die bestmögliche Patientenversorgung mit der wirtschaftlichen Stabilität der Klinik in Einklang zu bringen.

Das CTK ist als einer der wichtigsten Entwicklungspartner Tiplus seit 2021 an dem Projekt beteiligt. In dem Haus der Schwerpunktversorgung mit über 20 Kliniken, Departments und Sektionen nahezu aller medizinischer Disziplinen läuft der Ausbau zum „Digitalen Leitkrankenhaus“ bis zum Jahr 2038. Damit einhergehend sollen effiziente digitale Prozesse geschaffen und administrative Aufgaben gezielt automatisiert werden, um wertvolle Arbeitszeit freisetzen zu können. Die neuen Features werden nun zunächst umfangreich getestet. Anschließend soll das System auf so viele Fälle wie möglich ausgeweitet werden, sodass mit einer krankenhausweiten produktiven Nutzung bis Mitte 2024 gerechnet wird.

Quelle: tiplu.de
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