Neue Bundesregierung muss Geriatrien flächendeckend erhalten und ausbauen

3. Mai 2021

Auf seiner Mitgliederversammlung positioniert sich der Bundesverband Geriatrie zur Bundestagswahl und wählt einen neuen Vorstand

Die Bewältigung der Pandemie und ihrer Folgen sowie knappe finanzielle Ressourcen aufgrund der angespannten Haushaltslage bei den Krankenkassen werden dem Bundesverband Geriatrie zufolge den gesundheitspolitischen Rahmen der kommenden Legislaturperiode prägen. Gleichzeitig nimmt der geriatriespezifische Versorgungsbedarf demografiebedingt weiter zu. „Die Geriatrie ist ein fester Teil der medizinisch-pflegerischen Sicherungssysteme in Deutschland“, betont Dr. Michael Musolf. „Sie muss flächendeckend in der Bundesrepublik zur Verfügung stehen, und angesichts ihrer versorgungspolitischen Bedeutung erwarten wir von der neuen Bundesregierung eine belastbare, auskömmliche Finanzierungsbasis“, fordert der neue Vorstandsvorsitzende.

Dem Versorgungsauftrag gerecht werden können

Nur so sei zu gewährleisten, dass trotz struktureller Schwächen im Gesundheitssystem – wie Personalmangel, ungelöste Strukturplanung der Krankenhäuser und steigende Arzneimittelkosten – die Altersmedizin ihrem Versorgungsauftrag gerecht werden könne. Ein guter Anfang im Reha-Bereich sei die Option zur Anhebung der Vergütungssätze, die durch den Wegfall der Grundlohnsummenbindung und durch die Nutzung der IPReG-Instrumente nun möglich werde. Für den Krankenhausbereich strebt der Verband an, die Geriatrien als „Besondere Einrichtungen“ – analog der Palliativ-Versorgung – einzuordnen und damit eine Option neben dem DRG-Fallpauschalen-Katalog zu eröffnen.

Neuer Vorstand deckt unterschiedliche Professionen ab

Anlässlich der turnusgemäßen Wahl gab Ansgar Veer nach zehn Jahren als Vorstandsvorsitzender den Staffelstab weiter an seinen bisherigen Stellvertreter. Neuer Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Geriatrie ist nun Dr. med. Michael Musolf MBA, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Ärztlicher Direktor des Evangelischen Amalie Sieveking Krankenhauses in Hamburg. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden ernannte die 31. Mitgliederversammlung Dr. rer. medic. Mark Lönnies (Geschäftsführer Christophorus Trägergesellschaft in Coesfeld), der dem Vorstand bisher als Beisitzer angehört hat.

Zusätzlich wurden fünf Beisitzerinnen und Beisitzer gewählt:

  • Dr. med. Bettina Beinhauer, Fachärztin für Chirurgie am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt/Main
  • Dr. med. Michael Jamour, Chefarzt am Gesundheitszentrum Ehingen
  • Dr. med. Antje Kloth, Chefärztin am Tessinum Therapiezentrum für Geriatrie und Schlaganfall in Tessin
  • Dipl.-Pflegewirtin (FH) Andrea Kuphal, Leiterin Unternehmensentwicklung am DIAKOMED Diakonie-krankenhaus Chemnitzer Land in Hartmannsdorf
  • Dr. med. Ariane Zinke, Chefärztin am St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus in Ludwigshafen.

„Damit führt unser Verband die bewährte Tradition fort, dass sein Führungsgremium aus Mitgliedern unterschiedlicher Professionen besteht: Verwaltungsleitung, ärztliche Leitung und pflegerische Leitung“, unterstreicht Musolf.

Der Verband wächst weiter

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Veer stellte in seinem Bericht unter anderem die erfreuliche Tatsache dar, dass sich die Zahl der Mitgliedseinrichtungen von 245 (2011) auf 395 (2020) erhöht hat. Auch zur diesjährigen Mitgliederversammlung stellten wieder zehn Einrichtungen ihren Antrag auf Mitgliedschaft.

Weitere Themen der Versammlung waren die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Geriatrien, die anstehenden Strukturprüfungen im Krankenhausbereich, die Reform der Pflegeversicherung, die Anbindung von Reha-Einrichtungen an die Telematikinfrastruktur sowie die Weiterentwicklung der Qualitätssiegel Geriatrie.

Quelle: bv-geriatrie.de
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