UKB

Neue Struktur im Zentrum für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn

3. April 2024

Aus Klinik für Neurologie wird Zentrum für Neurologie mit fünf spezialisierten Abteilungen

Nach dem Ausscheiden von Prof. Thomas Klockgether als langjährigem Direktor der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Bonn (UKB) entsteht ein neues Zentrum für Neurologie mit fünf spezialisierten Abteilungen am UKB: die Kliniken für Vaskuläre Neurologie, Neuroonkologie, Neuroimmunologie, Neuromuskuläre Erkrankungen, sowie Parkinson, Schlaf- und Bewegungsstörungen werden in Zukunft in enger Zusammenarbeit die bestmögliche, individuelle Versorgung von Patientinnen und Patienten und die integrierte Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten gewährleisten.

In der Klinik für Neuroonkologie des UKB werden Patientinnen und Patienten mit Hirntumorerkrankungen behandelt. „Aufgrund unserer Spezialisierung in der Behandlung von Hirntumorerkrankungen können wir neueste Entwicklungen schnell in unsere Therapien integrieren. Auch Patientinnen und Patienten mit seltenen Hirntumoren können wir Studien mit neuesten Medikamenten anbieten“, so Prof. Ulrich Herrlinger, Direktor der Klinik für Neuroonkologie und Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Neurologie. In mehreren klinischen Studien werden in der Neuroonkologie innovative Therapieansätze bei Glioblastomen untersucht. Glioblastome sind die häufigsten und bösartigsten Hirntumore. 

Patientinnen und Patienten mit Schlaganfällen und anderen Erkrankungen der Hirndurchblutung, wie chronischen Durchblutungsstörungen im Gehirn, werden in der Klinik für Vaskuläre Neurologie auf höchstem Niveau versorgt. Auch eine Risikovorsorge und Beratung bei Erkrankungen der Hirngefäße wird hier angeboten. „Wir arbeiten eng mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zusammen und lassen unseren Patientinnen und Patienten aktuelle Studienergebnisse zugutekommen, so dass sie die neuesten und besten Therapien erhalten können“, sagt Prof. Gabor Petzold, Direktor der Klinik für Vaskuläre Neurologie des UKB und Direktor für Klinische Forschung am DZNE. Ein besonderes Angebot der Klinik ist die Sprechstunde für Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzen und Migräne. 

Neuromuskuläre Erkrankungen wie Muskeldystrophien oder Neuropathien und Motoneuronerkrankungen wie die Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, eine Erkrankung der motorischen Nervenzellen, die Muskellähmung zur Folge hat, werden in der Klinik für Neuromuskuläre Erkrankungen behandelt. Auch auf diesen Gebieten gibt es hochdynamische Entwicklungen und zahlreiche neue Erkenntnisse aus Forschung und Klinik „Für einige neuromuskuläre Erkrankungen, die bis vor kurzer Zeit noch als unbehandelbar galten, gibt es mittlerweile innovative, wirksame Therapien mit ganz neuen Wirkmechanismen, z.B. Gentherapien. Da diese Erkrankungen oft selten sind, sind wir zugleich Behandlungs-Zentrum des Zentrums für Seltene Erkrankungen Bonn und bieten Abklärungen und Behandlungen in einer Muskelspezialambulanz, einer Motoneuronspezialambulanz sowie in unserem neuromuskulären klinischen Studienzentrum an“, erläutert Prof. Cornelia Kornblum, Direktorin der Klinik für Neuromuskuläre Erkrankungen des UKB. Für eine genaue Diagnose mit individueller Behandlungsempfehlung werden im UKB-eigenen Muskellabor Muskelbiopsien untersucht. Die Klinik für Neuromuskuläre Erkrankungen, die auch die allgemeine neurologische Ambulanz des Zentrums betreut, gehört dem Europäischen Referenznetzwerk ERN EURO-NMD (Rare Neuromuscular Diseases) an.

In der Klinik für Parkinson, Schlaf- und Bewegungsstörungen wird das breite Spektrum von Bewegungsstörungen, d.h. neben den häufigen Parkinson- und Tremorsyndromen auch die selteneren neurodegenerativen Krankheiten wie Ataxien und Chorea behandelt. Nur in Bonn und Kiel werden in Deutschland Tremorbehandlungen mit Magnetresonanz(MR)-gesteuertem, hoch fokussierten Ultraschall angeboten. „Für Patientinnen und Patienten mit Ataxien, einer fortschreitenden Verschlechterung der Koordinationsfähigkeiten und des Gleichgewichts, bieten wir innovative Behandlungsmöglichkeiten mit wissenschaftlichen Studien an“, so Prof. Ullrich Wüllner, Direktor der Klinik. Die Ataxie-Klinik gehört heute zu den größten in Deutschland und ist führend in mehreren Initiativen in Europa und wurde als erstes europäisches Exzellenzzentrum für Ataxie ausgezeichnet.

Den schlafbezogenen Erkrankungen kommt neben den Einschränkungen der Leistungsfähigkeit durch nicht–erholsamen Nachtschlaf große Bedeutung in der Primärprophylaxe des Schlaganfalls und beim Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit insgesamt zu; manche Schlafstörungen können auch Vorboten einer neurodegenerativen Krankheit sein.

In der Klinik für Neuroimmunologie werden Patientinnen und Patienten mit akuten und chronischen entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems behandelt. Diese beinhalten sowohl erregerbedingte Krankheiten als auch insbesondere Autoimmunerkrankungen, wie beispielsweise Multiple Sklerose (MS) oder entzündliche Neuropathien. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und therapeutischen Optionen für solche entzündlichen Erkrankungen haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, so dass in der neuroimmunologischen Ambulanz Therapieentscheidungen getroffen werden können, die auf die individuellen Bedürfnisse im Sinne der „personalisierten Medizin“ optimal abgestimmt sind. Die Klinik für Neuroimmunologie ist außerdem verantwortlich für die neurologische Intensivmedizin im Zentrum für Neurologie. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurochirurgie und Anästhesiologie und operative Intensivmedizin des UKB werden hier die intensivpflichtig-erkrankten Patientinnen und Patienten mit modernsten Verfahren behandelt. Für das Direktorat dieser Abteilung, die gerade kommissarisch geführt wird, läuft noch ein Berufungsverfahren, welches noch nicht  abgeschlossen ist.

Quelle: ukbnewsroom.de
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