Patienten- und Überleitungsplattformen stärken sektorenübergreifende Verzahnung

13. Juli 2021

Immer mehr Klinikmanager schätzen diese digitalen Instrumente als wichtige Erfolgsfaktoren 

Von der Aufnahme bis zur Entlassung - eine starke digitale Vernetzung zwischen ambulanten und stationären Leistungserbringern entlang der gesamten Patientenreise ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Krankenhäuser. Dass das auch die Sicht vieler Krankenhausmanager ist, haben zwei von der Münchner Unternehmensberatung WMC Healthcare GmbH beauftragte unabhängige Umfragen jetzt gezeigt. Jeweils 30 Klinikdirektoren deutscher Krankenhäuser wurden dabei von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut zur Wahrnehmung und Wichtigkeit von Patientenportalen bzw. digitalen Überleitungsplattformen befragt.

„Abgestimmte Versorgungskonzepte innerhalb einer Region und starke Netzwerke mit Einweisern und Nachsorgeeinrichtungen sind für Kliniken heutzutage überlebenswichtig“, macht WMC-Geschäftsführer Reinhard Wichels deutlich. Trotzdem ließe die Kommunikation zwischen den Partnern in der Praxis häufig zu wünschen übrig. Digitale Instrumente wie Patientenportale und Überleitungsplattformen vereinfachten die Prozesse und minimierten Reibungsverluste. Voraussetzung dafür sei aber, dass bereits heute möglichst viele vorgelagerte Praxen bzw. nachgelagerte Versorgungseinrichtungen in das Portal integriert sind, denn nur solche Plattformen zeigten optimale Wirkung. „Wenn das passt, steigt die Patientenzufriedenheit, die Behandlungsqualität verbessert sich und auch wirtschaftlich lohnt es sich, hier in Digitalisierung zu investieren.“ Und das ist dringend nötig: 77 Prozent der Befragten haben in den letzten 12 Monaten einen Rückgang der elektiven Fallzahlen erlebt. 80 Prozent glauben, dass Patientenportale mit transsektoralem Daten- und Terminaustausch die Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor signifikant verbessern können. In der Terminbuchungsmöglichkeit über ein Patientenportal sehen die meisten der befragten Klinikmanager den geeignetsten Kanal zur Akquise neuer Elektiv-Patienten. Die Mehrheit verspricht sich einen Zuwachs der Elektivpatientenzahlen um 1 bis 10 Prozent. Darüberhinaus ist aus Sicht der Direktoren die Erhöhung der Patientenzufriedenheit einer der größten Vorteile des Patientenportals.

Auch beim Entlassmanagement liegen in der Digitalisierung große Chancen. „Kein Krankenhaus kann es sich heute noch leisten, Patienten über die notwendige Verweildauer hinaus in der Klinik zu behalten, weil es Probleme mit der Abverlegung gibt“, macht Wichels deutlich. Für die Patienten sei es natürlich auch belastend und nicht gerade förderlich für den Genesungsprozess, wenn sich die Wartezeit, z.B. auf einen Reha-Platz, unnötig in die Länge ziehe. Rund 89 Prozent aller befragten Krankenhausdirektoren, von denen die Mehrheit Häuser mit bis zu 1000 Betten betreut, erachten ein gutes Überleitungsmanagement als wichtiges Steuerungstool. Trotzdem nutzen bisher nur 33 Prozent der Befragten eine digitale Überleitungsplattform - ebenso viele planen aber eine solche künftig zu etablieren. Das vorrangige Ziel dabei: die Optimierung der Verweildauersteuerung und der Fallzahlen. Dabei ist die strukturierte und digitale Übermittlung von Daten an Kostenträger und Nachsorgeeinrichtungen aus Sicht der Befragten eine der Schlüsselfunktionen einer solchen Plattform. 83 Prozent der Krankenhäuser wollen künftig die Kommunikation von Gesundheitsdaten über digitale Plattformen abwickeln. „Dieser Schritt ist längst überfällig“, teilt Wichels seine Einschätzung. „Die erste Landesdatenschutzbeauftragte hat gerade das immer noch sehr häufig dafür verwendete Fax für unzulässig erklärt.“

Quelle: wmc-healthcare.de
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