Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung informiert sich über innovatives Versorgungsmodell zur Parkinson-Erkrankung auf dem Gesundheitscampus Volksdorf

13. September 2019

Hoher Besuch in Hamburg-Volksdorf: Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, hat am vergangenen Montag die Praxis für Neurologie und Psychiatrie (Dres. Becker / Wellach)  sowie das Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus auf dem Gesundheitscampus Volksdorf besucht. Er informierte sich vor Ort über ein innovatives Versorgungsmodell zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Erkrankungen. Die zwischen den beiden Einrichtungen praktizierte Verzahnung zwischen ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten ermöglicht eine sehr gut abgestimmte Behandlung dieser Patienten. Zum Behandlungskonzept der Praxis gehört unter anderem auch die medizinische Videobeobachtung, die es den Ärzten erlaubt, den Gesundheitszustand des Patienten durch Videoaufnahmen in dessen eigenen vier Wänden zu beurteilen. Dres. Dirk Becker und Ingmar Wellach sind als Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie sowohl in ihrer Praxis als auch innerhalb der Klinik tätig.

Parkinson-Nurse hat wichtige Rolle

Eine wichtige Funktion für den optimalen Therapieerfolg erfüllt auch Frau Katja Neubauer, die die Patienten als speziell weitergebildete „Parkinson-Nurse“ über den gesamten Behandlungsprozess engmaschig begleitet. Parkinson-Nurses verfügen über besondere Kompetenzen etwa bei der Betreuung von aufwändigen Therapien, können aber auch Aufgaben im Case-Management oder klinische Forschungsaufgaben wahrnehmen. „Ich kenne meine Patienten sehr gut, auch wenn Sie mit anderen Erkrankungen in der Klinik behandelt werden, kümmere ich mich um die Einhaltung der Therapie für die Behandlung der Parkinson Erkrankung“, erklärt Frau Neubauer ihre Aufgabe.

„Ich freue mich sehr darüber, dass der Pflege bei der Umsetzung innovativer Versorgungsmodelle im Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus eine so wichtige Rolle zukommt“, betonte Staatssekretär Westerfellhaus. „Dank der hohen Fachkompetenz und zugleich der Nähe zu den Patienten bildet die Parkinson-Nurse ein wichtiges Bindeglied zwischen Patienten, dem ambulanten und stationären Sektor sowie den an der Versorgung beteiligten Gesundheitsberufen.“ Maike Sellentin, Pflegedirektorin im Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus: „Die Spezialisierung in der Pflege ist weit fortgeschritten und ermöglicht den Pflegenden, eine Vielzahl von Aufgaben wahrzunehmen. Diese Vielseitigkeit zeichnet heute den Pflegeberuf in besonderer Weise aus und wird im Amalie gelebt.“ 

Versorgung aus einem Guss

In der geriatrischen Tagesklinik des Ev. Amalie Sieveking Krankenhauses werden mittlerweile bis zu 30 Prozent Parkinson-Patienten versorgt, hinzu kommen Patienten, die in die zertifizierte geriatrische Klinik stationär aufgenommen werden. Dr. Ingmar Wellach: „Ein Großteil der Patienten, die an einer Parkinson-Erkrankung leiden, ist über 70 Jahre alt. Deshalb ist die Nähe unserer Praxis zum Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus nahezu ideal, da hier mit der geriatrischen Klinik eine hohe altersmedizinische Kompetenz vorhanden ist, aber auch wichtige Fächer wie Kardiologie, Unfallchirurgie und Orthopädie oder Gastroenterologie. Hinzu kommen noch Angebote der ambulanten und stationären Pflege auf dem Campus sowie eine palliative Versorgung im Diakonie Hospiz Volksdorf.“

Dr. Michael Musolf, MBA, Ärztlicher Direktor im Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus und Chefarzt der geriatrischen Klinik: „Umgekehrt ist die Möglichkeit, in unserer täglichen Arbeit auf die Kompetenz der Neurologen zugreifen zu können, von unschätzbarem Wert für unsere Patienten. Wir haben uns nicht allein auf dem Feld der Altersmedizin gut vernetzt und versuchen so die Grenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor zu überwinden, um unseren Patienten möglichst eine Versorgung aus einem Guss anzubieten.“ 

Mut zur Veränderung

Staatssekretär Westerfellhaus betonte, dass bereits heute viele zukunftsweisende Projekte in der Gesundheitsversorgung existierten. Besonders wichtig sei eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Ärzten und anderen Gesundheitsfachberufen. Sein Ziel sei es, erfolgreiche Projekte bekannter zu machen und auch stärker zu vernetzen: „Ein Projekt, das in Hamburg gut läuft, kann auch in Bayern realisiert werden und umgekehrt – das setzt aber voraus, dass die jeweiligen Akteure von solchen Projekten wissen. Generell gilt, dass wir die Probleme der Zukunft nicht mit den Ideen aus der Vergangenheit lösen können. Deshalb freue ich mich über den Mut, mit dem hier vor Ort neue Dinge erfolgreich auf den Weg gebracht werden.“

Christian Quack, Geschäftsführer im Ev. Amalie Sieveking Krankenhaus: „Ein kleineres Krankenhaus wie das unsrige mit ausgewählten medizinischen Schwerpunkten bietet zum einen den Vorteil einer wohnortnahen Versorgung in familiärer Atmosphäre. Zum anderen können wir aber aufgrund unserer Größe manche Innovation auch schneller umsetzen als andere. Wir haben nicht den Anspruch, jede medizinische Leistung anzubieten. Aber das, was wir anbieten, wollen wir richtig gut machen.“ 

Quelle: immanuelalbertinen.de
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