Städtisches Klinikum Dresden: Geplantes Jahresergebnis 2023 erreicht –schwieriger Ausblick für 2024

13. Mai 2024

Das Städtische Klinikum Dresden schließt das Jahr 2023 mit einem planmäßigen Minus von 6,5 Millionen Euro ab. Das negative Jahresergebnis ist maßgeblich auf die unzureichende Finanzierung der Krankenhäuser zurückzuführen.

„Das vergangene Geschäftsjahr hat uns vor große Herausforderungen gestellt. Das lag insbesondere an der anhaltenden unzureichenden Aufwands- und Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser in Deutschland sowie stark gestiegenen Personal- und Sachkosten“, erklärt Dirk Köcher, Kaufmännischer Direktor. „Dank des hohen Engagements unserer Mitarbeitenden und einer Vielzahl erfolgreicher Projekte ist es uns gelungen, die finanziellen Verluste zu minimieren. Geholfen haben uns auch einmalige Liquiditätshilfen des Bundes sowie die Energiepreisbremse, die allerdings mittlerweile ausgelaufen ist. Das Städtische Klinikum Dresden kann damit – im Vergleich zu vielen anderen kommunalen Großkrankenhäusern – ein gutes Ergebnis für 2023 verzeichnen. Zu betonen ist auch, dass sich die externen Einflüsse nicht auf unsere Patientenversorgung auswirken, sondern dass wir unseren Versorgungsauftrag in allen Bereichen umfassend und verlässlich erfüllen und unser Angebot weiter bedarfsgerecht ausbauen“, so Köcher.

So punktet das Städtische Klinikum Dresden mit steigenden Ausbildungszahlen, Effizienz-steigerungen im Belegungsmanagement, dem Ausbau intersektoraler Strukturen, der Konzentration und Kapazitätsanpassung medizinischer Bereiche sowie der Entwicklung digitaler Lösungen. Mit der schrittweisen Umsetzung seines Zukunftskonzeptes 2035 stellt sich das städtische Klinikum den Herausforderungen.

Das negative Jahresergebnis dokumentiert die Lücke zwischen hohen Kosten und zu geringen Erlösen. Inzwischen beträgt der Unterschied etwa vier Prozent. Eine Entspannung ist aktuell nicht in Sicht. Die Klinikleitung rechnet damit, dass sich dieser Trend im laufenden Jahr 2024 weiter fortsetzt. Politische Initiativen, die die Erlössituation der Krankenhäuser auskömmlich verbessern könnten, sind derzeit auf Bundesebene nicht absehbar. Hinzu kommen historisch hohe Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, die 2024 zu deutlich höheren Kosten führen. Viele Krankenhäuser in Deutschland erwarten vor diesem Hintergrund, dass ihre Verluste im Jahr 2024 und in den nächsten Jahren beträchtlich steigen. Etwa 80 Prozent der Krankenhäuser bundesweit schreiben infolge dieser Entwicklung schon heute rote Zahlen. Dieser Entwicklung kann sich auch das Städtische Klinikum Dresden im Jahr 2024 nicht entziehen. Derzeit muss deshalb von einem Verlust von etwa 18 Millionen Euro für 2024 ausgegangen werden.

„Die aktuell in Deutschland gegebenen Rahmenbedingungen und in ihren kritischen Auswirkungen durchaus bereits seit langem bekannten Problemlagen sind weder für Krankenhäuser noch für Träger, wie die Landeshauptstadt Dresden, akzeptabel und auf Dauer finanziell ausgleichbar. Es bedarf eines nicht nur theoretisch gesetzgeberisch festgeschriebenen, sondern bundesweit geforderten fairen Ausgleichs der inflations- und tarifbedingten Kostensteigerungen für stationäre Versorger“, erklärt Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen.

Quelle: klinikum-dresden.de
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