Über das Sterben im Jahr 2045 – Zukunftsweisende Ethik Fachtagung am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt

8. Mai 2024

Am 3. Mai ging die Ethik Fachtagung der Klinik für neurologische Frührehabilitation und neurologische Intensivmedizin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt der Frage nach, wie das Ende des Lebens in der Zukunft aussehen wird. Thematisiert wurden intensivmedizinische und -pflegerische Perspektiven sowie mögliche Herausforderungen und Szenarien der Gestaltung des Lebensendes.

Das Sterben ist unausweichlich. Doch in Deutschland über den Tod oder das Sterben zu sprechen, ist nach wie vor ein Tabuthema und nur wenige Menschen beschäftigen sich mit der eigenen Sterblichkeit. Obwohl jeder Mensch eines Tages stirbt, verdrängen wir die Gedanken über die eigene Endlichkeit. Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem eigenen Sterben aktuell wichtiger denn je.

Ausgehend von dem 2023 erschienenen Buch „Wie werden wir in Zukunft sterben?“, in welchem Szenarien zu Sterben, Tod und Trauer im Jahr 2045 thematisiert werden, beschäftigte sich die – dem Buchtitel gleichnamige – Ethik Fachtagung am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt mit der Frage, wie das Lebensende in Zukunft aussehen wird. Die Vortragsveranstaltung ging zudem einer Reihe interessanter soziologischer Fragestellungen zur Vielfalt des Sterbens in der aktuellen Gesellschaft nach: Wie gehen wir in Zukunft mit den Themen Sterben, Tod und Trauer um? Wie werden sich Bedürfnisse und Erwartungen entwickeln? Werden immer mehr Menschen in Pflegeeinrichtungen sterben? Im Fokus stand dabei die allgemeine Versorgung im Krankenhaus, der Sterbeort Intensivstation, die vorausschauende Lebensplanung hinsichtlich einer Patientenverfügung sowie die Diskussion um lebensverkürzende Maßnahmen gegenüber der bereits gegenwärtigen verfügbaren Möglichkeit palliativer Versorgung.

Rund 150 Personen nahmen sich die Zeit, sich dem schwierigen Thema „Wie werden wir in Zukunft sterben?“ zu widmen. Dies griff der Chefarzt der Klinik für neurologische Frührehabilitation und neurologische Intensivmedizin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, Dr. Volker Ziegler, in seiner Begrüßungsrede auf und bedankte sich bei den Teilnehmenden über das vorhandene Interesse. „Sterben, Sterben können, Sterben dürfen und alle damit zusammenhängenden formalen Probleme ist das, was mir als Mediziner tagtäglich begegnet und was in unserer komplexen Welt, mit sämtlichen Errungenschaften und Fortschritten, nicht einfacher wird. Ihr zahlreiches Erscheinen zeigt die Notwendigkeit, sich damit auseinander zu setzen“, sagt Dr. Volker Ziegler. Prof. Dr. Sebastian Kerber, Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie I am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt, stellte die Thematik des Sterbens in den Kontext des Klinikalltags: „Krankenhaus ist 7/24 – Menschen auf die Welt zu bringen und Menschen in den Tod zu begleiten.“ Besonders dankbar ist er über das Vorhandensein der Klinik für Palliativmedizin am Standort unter der Leitung von Frau Ute Hiby. „Für den Campus ist das eine große Bereicherung“, sind sich die beiden Chefärzte einig.

Der Fachvortrag „Das Krankenhaus und die Intensivstation als Sterbeorte der Zukunft“ von Prof. Dr. Wolfgang George, Mit-Herausgeber des Buches „Wie werden wir in Zukunft sterben?“ und Leiter des TransMIT Projektbereichs Versorgungsforschung und Beratung in Gießen, war ein gelungener Auftakt in die Thematik. Es folgten spannende Vorträge zu Sterben jetzt und in Zukunft auf der Intensivstation durch Conrad Wesch, Fachleiter Pflege APN auf der Intensivstation am Universitätsspital Basel, Form und Auswirkungen zukünftiger Patienteninformation durch Heike Seeliger (Angehörigenberaterin / Case Managerin am RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt) und Dr. Volker Ziegler sowie zur Fragestellung „Sterbehilfe und assistierter Suizid als Teil zukünftiger Versorgungspraxis auch auf der Intensivstation?“ durch Dr. Thomas Sitte, Palliativmediziner für Kinder und Erwachsene.

Die Fachtagung ermöglichte zudem einen Austausch untereinander, was für viele wertvolle neue Anregungen und Denkanstöße sorgte. In der abschließenden Diskussionsrunde sollten noch einmal zentrale Thesen und Themen der vorangegangenen Vorträge zur Sprache kommen. Allem voran stellten sich die Vortragenden und Gäste der Veranstaltung die zentrale Frage: Wodurch wird das Sterben im Jahr 2045 gekennzeichnet sein? Die Teilnehmenden erhielten einen komplexen und nicht immer widerspruchsfreien Ausblick auf eine mögliche Zukunft jener Tatsache, vor der wir alle irgendwann stehen.

Quelle: campus-nes.de
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