Umfassende Klassifizierung von Notfällen erstellt

13. Februar 2018

Überfüllte Notaufnahmen, steigende stationäre Aufnahmen, Krankenhäuser in Schieflage. Können Krankenhäuser durch die Separierung von dringenden und nicht-dringenden Fällen entlastet werden? Für eine bessere Steuerung und Planung der Notfallversorgung haben Forscher am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) und der TU Berlin die bisher umfassendste Notfallkategorisierung in Deutschland vorgenommen. Jeder relevanten Diagnose im ICD-Katalog wurden dabei Dringlichkeitswerte zugewiesen, die sich leicht auf bestehende Krankenhausdaten übertragen lassen. Das Modell basiert auf der Methode des Maschinellen Lernens.

Mit dessen Ergebnissen werden Volumina und Veränderungen in der Elektiv- und Notfallversorgung in Bezug auf Dringlichkeit, Patientenalter und stationäre Krankenhausnutzung bestimmt. Krankenhäuser weisen demzufolge den größten Zuwachs bei den Fällen auf, die weder eindeutige Notfälle noch eine klare elektive Behandlung darstellen; sie haben eine Dringlichkeit zwischen 25 und 75 Prozent. Eine gut planbare Versorgung von Patienten und die sehr dringende Notfallversorgung – also die beiden Enden des Dringlichkeitsspektrums – zeigen die geringsten Wachstumsraten. „In Bezug auf die elektive Versorgung ist das Ergebnis aus wirtschaftlicher Sicht überraschend, da diese für die Planung von Krankenhäusern attraktiv ist“, so Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor am HCHE.

Quelle: Pressemeldung – Universität Hamburg
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