Vom Pilotprojekt zum Vorzeigemodell: IGiB-StimMT in Templin bei ambulant-stationärer Versorgung zukunftsweisend

5. April 2022

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat heute zum Projekt IGiB-StimMT (Strukturmigration im Mittelbereich Templin) einen positiven Beschluss gefasst. Damit wird der Erfolg und der bundesweite Modellcharakter für ein Leuchtturmprojekt „made in Brandenburg“ bestätigt. Bei dem Projekt wurde eine innovative und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung für ländliche Gebiete erprobt und erarbeitet. Dabei sollten oft starre Grenzen zwischen stationärer und ambulanter Versorgung überwunden werden. Der heutige G-BA-Beschluss bestätigt nach vier Jahren Projektlaufzeit den Erfolg mit der Empfehlung zur Überführung in die Regelversorgung.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Templin stellt die Weichen für eine zukunftsfeste ambulante und stationäre Gesundheitsversorgung. Das Projekt wurde über vier Jahre mit insgesamt rund 14,5 Millionen Euro vom Bund über den G-BA gefördert. Inzwischen ist IGiB-StimMT deutschlandweit bekannt und dient nun auch offiziell als Blaupause für nachhaltige medizinische Versorgung in ländlichen Regionen – darauf sind wir sehr stolz. Die demografische Entwicklung besonders in ländlichen Regionen stellt Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte vor große Herausforderungen. Hier sind neue Wege gefragt. Dabei spielt die Kooperation mit dem ambulanten Bereich eine immer größere Rolle. Templin zeigt, wie es gehen kann.“

Auf Basis des heute gefassten Beschlusses werden alle zentralen Akteure des deutschen Gesundheitswesens aufgefordert zu prüfen, wie die in Templin entwickelten und umgesetzten Ansätze zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in ländlichen, strukturschwachen Regionen genutzt werden können.

Das Projekt IGiB-StimMT zeigt, wie die regionalen Versorgungsstrukturen und -prozesse im Mittelbereich Templin bedarfsorientiert und regionalspezifisch auf die veränderten Bedingungen des demographischen Wandels angepasst werden können. Dafür wurde unter anderem am Sana-Krankenhaus Templin ein Ambulant-Stationäres Zentrum aufgebaut, das in dieser Woche feierlich eröffnet wurde. In diesem werden die stationären und ambulanten Versorgungskapazitäten angepasst sowie fach- und einrichtungsübergreifend miteinander verzahnt. Das geschieht auf mehreren Ebenen und umfasst die niedergelassenen Arztpraxen, das Krankenhaus und die pflegerische Versorgung, ergänzt um den Aufbau eines Koordinierungs- und Beratungszentrums zur individuellen Beratung und Unterstützung von Patienten. Das Projekt integriert ambulant, stationär und Pflege sowie weitere Versorgungsangebote.

Initiiert wurde das Projekt von der IGiB GbR, der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), der AOK Nordost, der BARMER und der Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH. Die Konsortialführung hatte die IGiB-StimMT gGmbH. Das Projektmanagement lag bei der AGENON Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen mbH. Weitere Konsortialpartner waren die KV COMM GmbH und das inav Institut für angewandte Versorgungsforschung GmbH (Evaluation).

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung ausgerichtet sind, zu fördern.

Zu diesem Zweck hat der Gesetzgeber einen Innovationsfonds beim G-BA eingerichtet. Ziel des Innovationsfonds ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.

Der beim G-BA eingerichtete Innovationsausschuss legt – unter Einbeziehung externer Expertise – in Förderbekanntmachungen die Schwerpunkte und Kriterien zur Vergabe der Mittel aus dem Innovationsfonds fest, führt Interessenbekundungsverfahren durch und entscheidet über die eingegangenen Anträge auf Förderung. Nach Abschluss der geförderten Vorhaben fasst der Innovationsausschuss bei Förderungen neuer Versorgungsformen einen Beschluss mit Empfehlungen zur Überführung in die Regelversorgung.

Quelle: msgiv.brandenburg.de
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