ZI

Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried zur Diskussion um die Reform der Notfallversorgung

14. August 2019

Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigungen müssen jetzt unterstützt werden

„Die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen den Trend ganz deutlich: Die Zahl der an deutschen Krankenhäusern ambulant behandelten Notfallpatienten geht seit 2016 stetig zurück. Bis 2018 ist die Anzahl der Behandlungen dort um rund 222.000 Fälle gesunken. Gleichzeitig stiegen die durch niedergelassene Haus- und Fachärzte behandelten ambulanten Notfälle seit 2015 kontinuierlich um rund 360.000 Fälle von 8,96 Millionen in 2015 auf 9,32 Millionen Fälle in 2018 an.

Zu beobachten ist außerdem, dass der mit der Abschaffung der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013 verbundene Anstieg der Inanspruchnahme des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes und der Notfallambulanzen langsam abflacht. 2013 ist die Inanspruchnahme der Notaufnahmen und des ärztlichen Bereitschaftsdienstes insgesamt um rund 10 Prozent angestiegen. In den Notaufnahmen und im ärztlichen Bereitschaftsdienst waren dies insgesamt rund 1,66 Millionen zusätzliche Fälle. Nicht zuletzt durch verstärkte Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Einrichtung von Portal- und Bereitschaftspraxen, zur Verbesserung des Bereitschaftsdienstes und zur Aktivierung der Bereitschaftsdienstnummer 116117 gelingt es, die ambulante Inanspruchnahme der Krankenhausnotaufnahmen wieder zu senken.

Auch zeigen die Daten, dass sich die Behandlungsanlässe deutlich in Richtung akuter Ereignisse wie Verletzungen und Schwangerschaftsbehandlungen verschieben. Die Inanspruchnahme zur Behandlung von chronischen Erkrankungen, die in der vertragsärztlichen Regelversorgung gut versorgt werden können, ist hingegen deutlich rückläufig. Kurzum: Die Reformmaßnahmen der Kassenärztlichen Vereinigungen tragen erste Früchte. Die Vertragsärzte leisten einen signifikanten und weiter steigenden Beitrag zur Entlastung der Notaufnahmen in den Kliniken. Diese Ansätze müssen jetzt unterstützt werden.“

  • Entwicklung der Fallzahlen von 2010 bis 2018 (PDF)
  • Höchste prozentuale Steigerung der Anzahl von Behandlungsfällen TOP 1-10  (EBM 1.2) 2013 und 2018 nach ICD-Gruppen (PDF)

Quelle: zi.de
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