DGCC-Chef Schmidt fordert Care & Case Management als Systemstandard
Der neue DGCC-Vorsitzende fordert Care und Case Management als festen Bestandteil der Versorgung, nicht als Projektlösung am Rand des Systems…
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Prof. Dr. Stefan Schmidt, neu gewählter Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) und Professor für Klinische Pflege an der Hochschule Neubrandenburg, sieht Care und Case Management als unverzichtbares Strukturelement moderner Versorgung. Ohne diese Koordinationsleistung, so seine zentrale These, bleiben aktuelle Reformvorhaben des Bundesgesundheitsministeriums, darunter Primärversorgung, Community Health Nursing und erweiterte Pflegekompetenzen, Stückwerk.
Schmidt beschreibt ein systemisches Paradox. Gerade dann, wenn Menschen am stärksten belastet sind, müssen sie sich am besten im Versorgungssystem auskennen. Wer allein lebt, geringe Gesundheitskompetenz hat oder sozial benachteiligt ist, verliert schneller den Anschluss und landet häufig in der Notaufnahme. Kürzungen bei früher Unterstützung verschieben Probleme nicht, sie verschärfen sie.
Reformlogiken, die auf mehr Eigenverantwortung setzen, kritisiert Schmidt grundsätzlich. Eigenverantwortung setze Ressourcen voraus, die vulnerable Gruppen oft nicht hätten. Wer an früher Unterstützung spare, investiere unfreiwillig in spätere Krisen, in Familien, Kommunen, Rettungsstellen und Kliniken.
Für die nächsten fünf Jahre formuliert Schmidt vier Schwerpunkte: sektorenübergreifende Versorgung, Abbau sozialer und regionaler Ungleichheiten, Stärkung von Prävention sowie sinnvoller Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz als Koordinationshilfe, nicht als Ersatz für Beziehungsarbeit.
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