DGK Herztage: KI-Assistenz, ambulante Ablation und die Frage, warum Frauen häufiger am Herzinfarkt sterben

KI-Einsatz, ambulante Ablation und die höhere Herzinfarktsterblichkeit von Frauen standen dieses Jahr im Zentrum der DGK Herztage in Hamburg…

2. Oktober 2026
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Auf den DGK Herztagen 2026 in Hamburg haben die drei Tagungspräsidentinnen zentrale Baustellen der Herzmedizin benannt: den Einsatz Künstlicher Intelligenz, die Verlagerung von Eingriffen in den ambulanten Bereich und die ungleiche Versorgung von Frauen nach Herzinfarkt.

Prof. Renate Schnabel erläuterte, dass KI bereits bei der EKG-Analyse und über Wearables Auffälligkeiten erkennen kann. Für spezifische Diagnosen bleibt ärztliche Expertise nötig. Auch gemeinsame Entscheidungen und Empathie erforderten weiterhin ein menschliches Gegenüber. Robotergestützte Stentimplantation sei technisch erprobt, aber noch zu langsam und zu teuer für den Routineeinsatz. Offene Fragen sieht Schnabel bei Haftung, Sicherheit und Regulierung.

PD Dr. Anja Schade verwies auf rund 1,8 Millionen Betroffene mit Vorhofflimmern in Deutschland. Die ambulante Katheterablation sei bei sorgfältiger Patientenauswahl sicher durchführbar. Multimorbide Patienten oder solche ohne häusliche Unterstützung benötigten weiterhin stationäre Versorgung. Schade forderte eine einheitliche Qualitätssicherung für beide Sektoren und eine Überprüfung, ob die Ambulantisierung tatsächlich Kosten senkt.

Prof. Tanja Rudolph legte offen, dass Frauen nach Myokardinfarkt eine Krankenhaussterblichkeit von 14,1 Prozent aufweisen, Männer von 10 Prozent. Gründe seien unter anderem Verzögerungen vor der Aufnahme, diagnostische Lücken und die häufigere Diagnose MINOCA. Frauenspezifische Risikofaktoren wie Präeklampsie würden zu wenig beachtet. Rudolph forderte mehr geschlechtsspezifische Studien. Zudem seien 2025 nur 11 Prozent der Interventionalisten in Deutschland Frauen.

Quelle:
mgb-medizin.de

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