DGOU will 600 zertifizierte Kliniken für den Verteidigungs- und Katastrophenfall rüsten
Mit dem Weißbuch „3K“ drängt die DGOU auf gesetzlich verankerte Krisenstrukturen und die Einbindung bestehender Traumanetzwerke in die nationale Sicherheitsvorsorge…
- Politik
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) verlangt, Gesundheitspolitik als Teil der nationalen Sicherheitsvorsorge zu begreifen. In ihrem am Mittwoch veröffentlichten Weißbuch „Traumatologische Versorgung in Katastrophe, Krise, Krieg (3K)“ fordert die Fachgesellschaft klare Zuständigkeiten und Rechtssicherheit für den Ernstfall.
Kern des Vorschlags ist, dass die bestehenden DGU-Traumanetzwerke mit mehr als 600 zertifizierten Kliniken in über 50 regionalen Verbünden in die nationale Krisenstruktur eingebunden werden sollen. Neue Parallelstrukturen seien dafür nicht nötig, betonte DGU-Generalsekretär Sascha Flohé. DGOU- und DGU-Präsident Frank Hildebrand ergänzte, die Netzwerke könnten im Bündnisfall Kriegsverletzte und die Zivilbevölkerung maßgeblich versorgen.
Das Weißbuch entstand unter Beteiligung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr sowie weiterer medizinischer Fachgesellschaften. Als Modell für interdisziplinäre Zusammenarbeit nennen die Autoren die seit Juni 2026 zertifizierten orthoplastischen Kompetenzzentren, in denen Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie bei komplexen Verletzungen kooperieren.
Das geplante Gesundheitssicherstellungsgesetz geht auf eine Initiative des früheren Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach zurück, scheiterte jedoch am Ende der Ampel-Koalition. Amtsnachfolgerin Nina Warken (CDU) hat einen Gesetzentwurf für Spätsommer angekündigt. Der Deutsche Ärztetag hatte im Mai gefordert, das Gesetz auch auf Pandemien, Naturkatastrophen und Angriffe auf kritische Infrastruktur auszuweiten.
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