Diako zieht sich zurück: Malteser sichern Klinikstandort Flensburg

Zum 1. März übernehmen die Malteser das Flensburger Diako-Krankenhaus. Der evangelische Träger zieht sich nach finanziellen Belastungen zurück. Der Klinikneubau soll nun mit einem Träger vorangetrieben werden. Diskussionen gibt es um Schwangerschaftsabbrüche…

25. Februar 2026
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Ab dem 1. März geht das Flensburger Diakonissenkrankenhaus offiziell in die Trägerschaft der Malteser über. Der Übergang soll für Patientinnen, Patienten und alle Beschäftigten ohne spürbare Einschnitte verlaufen. Zunächst wird vor allem der neue Name „Malteser Fördeklinikum St. Katharina – Standort Knuthstraße“ sichtbar. Das bisherige Malteser-Krankenhaus trägt künftig den Zusatz „Waldstraße“.

Mit diesem Schritt endet die 151-jährige Geschichte des evangelischen Hauses, das bereits 1874 gegründet wurde. In Flensburg arbeiteten seit Beginn des 20. Jahrhunderts zwei konfessionelle Kliniken in direkter Nachbarschaft. Organisatorisch blieben sie jedoch über Jahrzehnte getrennt.

Die gewachsenen Strukturen stießen an räumliche Grenzen und belasteten das Krankenhaus auch wirtschaftlich. Zwar übernimmt das Land Schleswig-Holstein die Baukosten für den geplanten Neubau am Stadtrand vollständig. Doch für das Umfeld hätten die Träger zusätzlich rund 100 Millionen Euro aufbringen müssen. Diese enorme Summe überforderte die Diako.

Während andere Einrichtungen der Gruppe bestehen bleiben, durchlief das Krankenhaus 2023 ein Insolvenzverfahren. Die Malteser verweisen nun auf ihre Finanzkraft mit bundesweit rund 45.000 Beschäftigten. Der Baustart für das neue Klinikum ist für 2027 geplant, damit die Eröffnung Ende 2030 erfolgen kann.

Politisch bleibt der Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen umstritten, da das katholische Haus diese Eingriffe nur in medizinischen Notfällen durchführt. Beratungsbasierte Eingriffe entfallen damit am Standort. Diskutiert werden nun Übergangslösungen sowie ein mögliches Medizinisches Versorgungszentrum bis zur Eröffnung des Neubaus. Endgültige Entscheidungen dazu stehen noch aus.

Quelle:
ndr.de

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